Mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben einem Bericht zufolge millionenschwere Verluste mit Investments in Immobilienfonds erlitten. Die investieren Beitragsgelder sind zum Großteil verloren.

17.07.2026, 18.26 Uhr

Umstrittene Investitionen: Verschiedene Betriebskrankenkassen sowie KVen sollen mit Immobilienspekulationen Millionen versenkt haben. Die Kassen sehen sich "arglistig getäuscht"

Das Geld im Gesundheitswesen ist knapp – und diejenigen, die die Beiträge der Versicherten verwalten sollen, setzten offenbar einen Teil davon durch Spekulationsgeschäfte in den Sand. Verschiedene Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen sollen insgesamt mindestens 170 Millionen Euro über Umwege in Immobilienfonds gesteckt haben, berichteten NDR, WDR und die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) am Freitag. Diese Fonds seien später in Schieflage geraten und verloren mutmaßlich den größten Teil der Beitragsgelder, die nun bei Kassen und KVen fehlen. SPD und Linke forderten eine Aufklärung der Vorgänge.

Den Recherchen zufolge haben die KKH, die Pronova BKK, die BKK Gildemeister Seidensticker, die Novitas BKK, die MKK Meine Krankenkasse, die IKK Südwest, die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse investiert. Hinzu kämen Kassenärztliche Vereinigungen aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe.