Die Korruptionsermittlungen gegen ihren Spitzenkandidaten Steffen Krach kommen für die Berliner SPD zur Unzeit. Dennoch müssen die Vorwürfe aufgeklärt werden.

SPD-Spitzenkandidat in Berlin in seinem Wahlkampfauto am 10. September

Carsten Koall/dpa

D as kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen! Wenn bei einem Politiker eineinhalb Wochen vor der Wahl die Polizei auf der Matte steht, dann müssen da doch andere Interessen im Spiel sein. Will da jemand dem Kandidaten bewusst schaden oder schlimmer noch: die AfD in ihrem Geraune von den korrupten Eliten stärken?

Derartige Zweifel liegen nahe angesichts der durch die Durchsuchungen bekannt ge­wordenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Steffen Krach, den Spitzen­kandidaten der Berliner SPD für die Abgeordnetenhauswahl. Für die in den Umfragen bereits dahin­siechende SPD, die unter Krach eher in ­Richtung einer ­Koalition mit der CDU als mit der ­Linken tendiert, könnten die Vorgänge der ­finale ­Knock-out sein, unabhängig davon, ob sich die Vorwürfe am Ende bewahrheiten oder nicht.