Die Europäische Zentralbank (EZB) zieht die Zinsen erneut an. Am Donnerstag hat sie den Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent erhöht – zum zweiten Mal in diesem Jahr. Im Zentrum der Entscheidung stehen die stark gestiegenen Energiepreise: Der Iran-Krieg hat Öl und Gas massiv verteuert und die Teuerung zurückgebracht.Für Deutschland ist der Preisschock längst messbar. Die Verbraucherpreise lagen im August 2,9 Prozent nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes über dem Vorjahresniveau. Energie verteuerte sich binnen eines Jahres um 10,5 Prozent. Kraftstoffe kosteten 27,7 Prozent mehr, leichtes Heizöl sogar fast 50 Prozent. Doch kommt der eigentliche Preisschock für Deutschland erst noch?
Öl über 100 Dollar – Gaspreis erreicht Drei-Jahres-Hoch
Die Preise auf den internationalen Energiemärkten ziehen weiter an. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg am Donnerstag zeitweise auf mehr als 105 Dollar – mehr als 30 Prozent über dem Tief von Anfang August. Zugleich erreichten die europäischen Gaspreise laut Reuters den höchsten Stand seit drei Jahren. Hintergrund sind anhaltende Störungen wichtiger Energielieferungen aus der Golfregion.
„Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte über einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag. Die Notenbank sieht die Risiken für die Preisentwicklung weiter nach oben gerichtet.












