Sichtlich angespannt betritt Steffen Krach am Donnerstagmittag den Saal im Kurt-Schumacher-Haus. Anfangs wirkt der SPD-Spitzenkandidat gereizt, im Laufe der Pressekonferenz wird er merklich gelöster. Einen Tag zuvor hatten Ermittler seine Wohnung, die Landeszentrale seiner Partei und Räumlichkeiten in Hannover durchsucht. Nun will Krach „absolut transparent“ mit den Vorwürfen umgehen und alle Fragen beantworten.„Der Vorwurf der Bereicherung trifft mich persönlich sehr“, sagt Krach. Er habe „niemals privat Geld angenommen“ und auch als Berliner SPD-Landesvorsitzender keine entsprechende Spende angenommen. „Wer meine Konten einsehen will, kann das gerne machen.“

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach betritt den Saal zur kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Kurt-Schumacher-Haus.

© Jana Hermann/Berliner Zeitung

Krach über 9900-Euro-Spende: Geld wurde zurücküberwiesen

Nach Krachs Angaben bezieht sich der gegen ihn gerichtete Verdacht ausschließlich auf eine Spende in Höhe von 9900 Euro an die Berliner SPD. Das Geld stammte von einem Unternehmer, dessen Angebot Krach zuvor bei einem Vergabeverfahren in der Region Hannover favorisiert hatte.Die Spende sei am 29. Dezember 2025 bei der Berliner SPD eingegangen. Am 7. Januar habe ihn Landesgeschäftsführer Sven Heinemann darüber informiert. Bereits am folgenden Morgen habe Krach die Weisung erteilt, die Spende nicht anzunehmen. Am 9. Januar sei das Geld zurücküberwiesen worden. Auf der Pressekonferenz zeigt Krach einen entsprechenden Beleg.Mit dem allgemeinen Spendenaufkommen des Berliner SPD-Landesverbandes sei er nicht befasst gewesen. „Die anderen Spenden sehe ich gar nicht“, sagt Krach. Er habe allerdings darum gebeten, über Spenden informiert zu werden, die mit seiner früheren Tätigkeit als Regionspräsident in Verbindung stehen könnten.