Die Berliner SPD hat im Zuge der Ermittlungen gegen ihren Spitzenkandidaten Steffen Krach neue Details mitgeteilt. Demnach habe es »über den Jahreswechsel den Versuch einer Spende an die SPD Berlin in Höhe von 9900 Euro« gegeben, teilte Schatzmeister Fabian Fischer mit. »Auf Weisung unseres Spitzenkandidaten wurde umgehend entschieden, diese Spende abzuweisen.«

Die Angaben passen zu SPIEGEL-Informationen , wonach es bei den Ermittlungen um eine Spende knapp unter der veröffentlichungspflichtigen Grenze von 10.000 Euro gehen soll.Krach selbst hatte am Mittwoch gesagt, ihm werde im Zusammenhang mit einem Vergabeverfahren in der Region Hannover Bestechlichkeit vorgeworfen. »Es geht um ein Klinikum, was verkauft werden sollte, weil wir es vor einigen Jahren schließen mussten.« Er sei dort Aufsichtsratsvorsitzender gewesen. Für die Umwandlung in ein regionales Gesundheitszentrum habe es ein Vergabeverfahren gegeben. Am Ende habe ein Bieter den Zuschlag bekommen, ein anderer nicht. Krach war zwischen Ende 2021 und Anfang 2026 Präsident der Region Hannover.

Der SPD-Spitzenkandidat wies die Vorwürfe, er habe sich bei der Vergabe beeinflussen lassen, als »haltlos« zurück. Er sprach allerdings von einer Spende in Höhe von 9500 Euro, die innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen worden sei. »Ich habe – weder privat als auch meine Partei hier in Berlin – keine Spende angenommen, nicht vor einem Jahr, nicht vor einem halben Jahr und auch nicht heute«, so Krach im RBB.Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte am Mittwoch insgesamt drei Objekte durchsuchen lassen: Geschäftsräume der Region Hannover, die Berliner Privatwohnung Krachs sowie die Berliner SPD-Zentrale. Nähere Angaben zu konkreten Vorwürfen machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Sie verwies auf ermittlungstaktische Gründe, auch gelte die Unschuldsvermutung.