Außenminister Johann Wadephul hat mal wieder etwas angekündigt, was im Podcast-Studio schlüssig klingen mag, mit der Realität auf der Straße jedoch nichts zu tun hat. Deutschlands Chef-Diplomat sprach bei „Ronzheimer“, dem Podcast von Bild-Vize Paul Ronzheimer, über Möglichkeiten, in Deutschland lebende ukrainische Männer im wehrfähigen Alter zu einer Rückkehr in ihre kriegsgebeutelte Heimat zu überzeugen.
Konkret ging es bei dem Gespräch um deutsche Meldedaten und ukrainische Männer im wehrfähigen Alter. Man wisse schließlich genau, so Wadephul, wer hier lebe, wer Sozialleistungen beziehe, wer gemeldet sei und wer einen Aufenthaltsstatus habe. Deutschland könne, so der Tenor, diese Informationen an die ukrainische Regierung weitergeben, damit Kiew die Männer direkt kontaktieren könne. Wadephul sprach davon, solche Rückkehrstrategien sollen „ohne Zwang“ erfolgen.
Doch genau an diesem Satz zerbricht der Vorschlag. Denn wofür sollen die rund 355.000 wehrfähigen ukrainischen Männer, die laut Bamf-Zahlen zum Stichtag 30. Mai 2026 in Deutschland registriert sind, eigentlich kontaktiert werden, wenn nicht für die Einberufung in ein Land, in dem ein Ausreiseverbot herrscht und in dem, wie auch diese Zeitung regelmäßig berichtet, Rekrutierungskommandos mit zunehmender Härte gegen die eigene Bevölkerung vorgehen – Stichwort „Busifizierung“.










