Heute sollen die Sirenen heulen und die Handys schrillen. Um 11 Uhr sollen anlässlich des jährlich stattfindenden „Warntags“ bundesweit Alarmsysteme getestet werden. Dabei wird geprüft, ob die Behörden die Bevölkerung im Notfall gut erreichen, wie beispielsweise bei Naturkatastrophen, wenn Deutschland ein militärischer Angriff droht oder die Bundesrepublik tatsächlich angegriffen wird.Ein an- und abschwellender Sirenen-Heulton bedeutet Warnung. Ein heulender Dauerton signalisiert das Ende des Probealarms beziehungsweise im Ernstfall, dass die Gefahr vorbei ist. Heute soll die Entwarnung um 11:45 Uhr gesendet werden.„Im Grunde simulieren wir damit einen Ernstfall: Kommt die Warnung an? Und wissen die Menschen, was sie damit anfangen sollen?“, erklärt das Bonner Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Erfahrungen seien wertvoll, weil sie zeigten, wo man besser werden könne. Nach Umfragen des BBK wurden im vergangenen Jahr mehr als 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über mindestens einen Warnkanal erreicht.Wie das Warnsystem funktioniertDie Warnungen werden zentral über das „Modulare Warnsystem“ des Bundes ausgelöst. Das ist ein öffentliches Warn- und Kommunikationssystem für den Notfall, das vor allem auf die Datenübertragung per Satellit setzt, zur Sicherheit aber auch über Kabel. Daneben können Kommunen eigene Warnkanäle testen.Der Alarm wird über Sirenen, digitale Anzeigetafeln, Apps auf dem Handy, den UKW-Rundfunk, das Digitalradio und die Technologie Cell Broadcast verbreitet. Daneben können auch Lautsprecherwagen auf den Alarm hinweisen. Ob das passiert, ist Entscheidung der Kommunen.Bei Cell Broadcast geht die Warnung an alle dafür vorbereiteten Handys in einer bestimmten Funkzelle. Damit werden auch Touristen und andere Menschen mit ausländischen Mobilfunknummern erreicht, die sich gerade in Deutschland aufhalten. Das Verfahren ist - anders als etwa ein Versand per SMS - laut BBK anonym; Mobilfunknummern oder andere Daten der Empfänger müssen nicht bekannt sein.Wenn man Warnungen erhalten will, ob Probealarme oder im Ernstfall, sollte das Handy eingeschaltet sein und sich nicht im Flugmodus befinden. Zudem rät die Bundesregierung dazu, das Betriebssystem aktuell zu halten. Daneben gibt es spezielle Warn-Apps wie Nina. Dabei ist es wichtig, einen Ort anzugeben, zu dem man Hinweise erhalten will. Das können auch Hinweise zu ganz lokalen Vorfällen wie Bränden sein.Wenn man keine Sirenen hörtDie Teilnahme am Warntag ist freiwillig. Es kann also sein, dass Kommunen zwar über Sirenen verfügen, diese aber nicht auslösen - oder es keine Sirene in der Nähe gibt. Im vergangenen Jahr wurden laut BBK 66 Prozent der Menschen in Deutschland über eine Sirene erreicht, ein steigender Anteil.Ein zentraler Überblick, wie viele Sirenen es in Deutschland genau gibt, existiert nicht, da die Länder und Kommunen die Sirenen unterhalten. Das BBK weiß von rund 48 000 aktiven Sirenenstandorten. Hinzu kommen mobile Sirenen.
Warnsysteme in Deutschland: Sirenen und Handy-Alarm um 11 Uhr
Am bundesweiten Warntag prüft Deutschland Sirenen und verschiedene Warnsysteme für Notfälle wie Naturkatastrophen und Angriffe.











