Am Donnerstagvormittag heulen auch in Deutschland wieder die Sirenen und die Warn-Apps auf den Handys schlagen Alarm. Beim bundesweiten Warntag startet um 11.00 Uhr ein Probealarm, um 11.45 Uhr folgt die Entwarnung.Muss ich Cell Broadcast aktivieren?Die Warnungen gehen am Donnerstag über verschiedene Kanäle raus, etwa über Fernsehen oder Radio. Ein Teil läuft über Cell Broadcast: Dabei kommen Warnmeldungen direkt auf geeigneten Mobiltelefonen und Smartphones an – eine App ist dafür nicht nötig. Für Cell Broadcast sollte das Smartphone ein aktuelles Betriebssystem haben.Wer Warn-Apps wie NINA oder KatWarn nutzt, sollte prüfen, ob Benachrichtigungen für Warnmeldungen aktiviert sind. Zudem sollte man sicherstellen, dass die Standorte abonniert wurden, für die Warnmeldungen einlaufen sollen. Zusätzlich empfehle es sich, den eigenen Standort in der jeweiligen App freizuschalten – dann erhalte man unabhängig von den abonnierten Orten auch Warnmeldungen für den aktuellen Aufenthaltsort.Worauf muss ich achten?Wer am 10. September eine Probewarnung erhält, sollte prüfen, über welchen Warnkanal die Meldung angekommen ist und ob sie verständlich und rechtzeitig war. Um 11:45 Uhr folgt die Entwarnung. Was bedeuten die verschiedenen Sirenentöne?Am Donnerstag werden zwei verschiedene Sirenen-Töne zu hören sein:Warnung der Bevölkerung: Das ist ein einminütiger auf- und abschwellender Ton. Er zeigt an, dass eine örtliche Gefahr besteht und man sich über die Medien informieren soll. Dieser Ton soll auch am Warntag zu hören sein.Entwarnung: Das ist ein einminütiger durchgängiger Ton. Er hebt die Warnung auf und zeigt, dass keine Gefahr mehr besteht.Grundsätzlich gilt: Wer einen Sirenenton hört, sollte aufmerksam werden und sich über weitere Warnmeldungen informieren. Dafür können etwa das Radio, Warn-Apps oder die Internetangebote der zuständigen Behörden genutzt werden. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, sich bei Nachbarinnen und Nachbarn oder anderen Angehörigen zu informieren und auszutauschen.Was, wenn ich nichts höre?In diesem Fall sollte man die Behörden informieren. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe führt ab Donnerstag bis zum 17. September 2026 eine bundesweite Umfrage durch.Wie funktioniert Cell Broadcast?Bei Cell Broadcast geht die Warnung an alle dafür vorbereiteten Handys in einer bestimmten Funkzelle. Damit werden auch Touristen und andere Menschen mit ausländischen Mobilfunknummern erreicht, die sich gerade in Deutschland aufhalten. Laut BBK wird über den Mobilfunkdienst Cell Broadcast keine Entwarnung versendet. Beim Warntag 2026 solle dann auch dies technisch möglich sein und geübt werden, heißt es aus dem Bundesamt. Seit der Einführung von Cell Broadcast in Deutschland am 22. Februar 2022 wurden laut BBK insgesamt 545 Warnmeldungen über den Dienst versendet, darunter 64 Meldungen der höchsten Warnstufe 1.Warum manche Handys keine Warnung bekommenDas Smartphone sollte, um die Warnungen über Cell Broadcast zu erhalten, im besten Fall über das aktuellste Betriebssystem des Herstellers verfügen. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz sollte es aber mindestens Android (Google) ab Version 11 oder iOS (Apple) ab Version 16.1 installiert sein. Außerdem muss das Handy eingeschaltet sein und darf sich nicht im Flugmodus befinden.Vorab kann außerdem überprüft werden, ob das Gerät Notfallmeldungen zulässt. Bei Apple-Smartphone gibt es den Abschnitt „Cell Broadcast Meldungen“ in den Einstellungen für „Mitteilungen“.Bei Android finden sich diese Einstellungen in der Regel unter „Sicherheit und Notfälle“ im Bereich „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“. Von Hersteller zu Hersteller variiert dies jedoch.Was ist der wichtigste Unterschied zwischen dem bundesweiten Warntag und dem landesweiten Warntag?Der landesweite Warntag ergänzt den bundesweiten Warntag, der jedes Jahr im September stattfindet. Er ermöglicht dem Land, die technischen Abläufe und Ergebnisse des Modularen Warnsystems noch intensiver zu betrachten und auszuwerten.So lassen sich unterschiedliche Abläufe und Zuständigkeiten bei der Warnung der Bevölkerung praxisnah erproben. Dabei können verschiedene Warnmittel und Kommunikationswege getestet werden. Auch die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen lässt sich überprüfen. Zudem können Erfahrungen im Umgang mit dem Modularen Warnsystem, kurz MoWaS, gesammelt werden.Auch die Kommunen können stärker eingebunden werden. Sie können zum Beispiel selbst erproben, Warnungen über die Integrierten Leitstellen auszulösen. So lassen sich Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen überprüfen und möglicher Optimierungsbedarf früh erkennen. Zusätzlich legt das Land verstärkt den Fokus auf Aufklärungsarbeit zu verschiedenen Themen der Warnung und Vorsorge.