Die Domo Chemicals-Insolvenz im Chemiepark Leuna im Frühjahr dieses Jahres hatte bereits schlimme Befürchtungen aufkommen lassen. Das Unternehmen musste – offiziell aus Gründen der Gefahrenabwehr für die Umwelt – gerettet werden, sagte die sachsen-anhaltinische Landesregierung damals. Als man die belgische Chemiefirma mittels einer neu gegründeten Gesellschaft vor dem Aus bewahrte, sollte mit fast 80 Millionen Euro Steuergeld ein Notbetrieb aufrechterhalten werden, um Zeit für die Investorensuche zu gewinnen.
Die Auffanggesellschaft Leuna Polyamid (als GmbH getragen von der Infra Leuna und der Firma Leuna Harze) musste jedoch bereits nach zwei Monaten ebenfalls die (drohende) Zahlungsunfähigkeit anmelden. Man nannte im Juni die drastisch gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise als Grund für die Insolvenzanmeldung. Eine schwache Nachfrage und Billig-Importe aus China traf auf massiv gestiegene Erdgaspreise. Ab Juni gingen diese nochmals steil nach oben.
Nach dem endgültigen Scheitern der Investorensuche für eine der größten Produktionsanlagen am Chemiestandort Leuna bangen nun die rund vierhundert Beschäftigte um ihre Zukunft. Zugleich stellt sich jedoch die Frage, was das Ende der Produktion des Chemiewerks, das hauptsächlich Kunststoff (vor allem für die schwächelnde Automobil- und Textilindustrie) und Ammoniumsulfat als Dünger für die Landwirtschaft herstellt, für den Chemiepark Leuna und das mitteldeutsche Chemiedreieck bedeutet.
















