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Wüst und Söder halten sich zurückGestern habe ich Post von einer Leserin der Lage am Morgen bekommen. Sie findet, es sei doch kein Wunder, wenn die Leute die Nachrichten vermeiden. Und dass das auch die Schuld der Medien sei, die alles immer nur negativ betrachten. Der SPIEGEL sei da nicht besser. Das stimmt, es ist ein naheliegender Reflex, immer das Haar in der Suppe zu suchen. Aber die Suppe ist ja auch ziemlich haarig zurzeit – da schwimmt eine ganze Perücke drin. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, heute einmal an jeder Nachricht etwas Positives zu finden. Mal sehen, wie mir das gelingt.
Bundeskanzler Friedrich Merz bei der gestrigen Generaldebatte im Bundestag
Fangen wir an mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Gestern hatte er einen großen Auftritt in der Generaldebatte im Deutschen Bundestag. Mein Kollege Christian Teevs hat ihn dabei beobachtet und berichtet davon, dass Merz seltsam klein wirkte, als er sich vor allem an der AfD abarbeitete – ganz so, wie normalerweise die Opposition gegen die Regierung anredet (mehr dazu hier ). Er scheint seine Form noch nicht wiedergefunden zu haben nach dem Wahldesaster von Sachsen-Anhalt.Da ist es doch schön zu lesen, dass niemand Merz in diesem Moment der Schwäche in den Rücken fällt. Ein ganzes Team aus unserem SPIEGEL-Hauptstadtbüro hat tagelang recherchiert, um herauszufinden, ob sich das CDU-interne Gegrummel über den Vorsitzenden mittlerweile zu einer handfesten Revolte zusammenbraut. Aber davon kann jedenfalls heute keine Rede sein. Hendrik Wüst, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, wird von vielen zwar schon lange als Kanzler anstelle des Kanzlers gehandelt. Aber Wüst selbst will von solchen Ideen gar nichts wissen. Und auch der zweite Aspirant, der ewige mögliche Besserkanzler Markus Söder von der CSU, gibt sich erstaunlich zurückhaltend.







