Immer häufiger können Menschen in Deutschland wegen einer psychischen Erkrankung nicht arbeiten. Und manchmal hat damit auch ihr Job zu tun. Erzieherinnen fallen zum Beispiel überdurchschnittlich oft aus, weil Personal fehlt. Dann kümmert sich eine Fachkraft um elf kleine Kinder. Wieder einmal. Bis sie den Dauerstress nicht mehr aushält. Auch Sozialarbeiter werden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen öfter psychisch krank. Zu viele Probleme, zu wenig Zeit, Kollegen und Geld.
Nach einer Auswertung von DAK-Versicherungsdaten waren psychische Erkrankungen im ersten Halbjahr 2026 sogar die häufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit. Die drittgrößte Versicherung Deutschlands zählte aufgrund von Anpassungsstörungen oder Depressionen 184 Fehltage je 100 Versicherte – neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Darauf folgten Atemwegserkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie Rückenschmerzen.
Mindestens fünf Wochen lang krankgeschrieben Selten lassen sich Menschen wegen psychischer Belastungen sofort krankschreiben. Stattdessen arbeiten viele wochenlang weiter, obwohl sie schlecht schlafen, ständig angespannt sind oder sich kaum noch konzentrieren können. Bis nichts mehr geht und sie sich dann oft lange erholen müssen. Im Schnitt dauert eine Krankschreibung wegen psychischer Erkrankungen länger als fünf Wochen, Tendenz steigend. Was vorher passiert ist und wie es danach weitergeht, bleibt in den Versicherungsdaten unsichtbar.







