Keine Partei ist im ersten Halbjahr 2026 häufiger Ziel politisch motivierter Straftaten geworden als die AfD. Wie „Welt“ berichtet, geht das aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor.Demnach erfassten die Sicherheitsbehörden in dem Zeitraum 193 Delikte gegen Parteirepräsentanten und Parteimitglieder der AfD. Die Union wurde mit 121 Fällen ebenfalls oft Ziel politischer Gewalt. Es folgen die Grünen (63 Fälle), die SPD (61), Linke (32) und CSU (20).Insgesamt seien zwischen Januar und Juni 19 Gewalttaten gegen Parteivertreter registriert worden, wovon den Angaben nach in zwölf Fällen AfD-Politiker oder AfD-Repräsentanten betroffen waren. Ermittelt worden sei in drei Vierteln dieser Fälle gegen Tatverdächtige aus dem linken Spektrum.Politisch motivierte Kriminalität war in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Lag die Zahl der politisch motivierten Delikte 2015 noch bei 38.981, wurden für das vergangene Jahr mehr als 85.000 Fälle erfasst – ein bundesweiter Höchststand. Auch die Zahl der Gewalttaten hatte sich 2025 um 1,2 Prozent erhöht. Von 4156 registrierten Delikten ordneten die Ermittler 1598 Rechtsextremen zu und 1087 Linksextremen. Dazu zählen etwa Straftaten wie Körperverletzung, Brand- und Sprengstoffdelikte sowie Landfriedensbruch. CDU mittlerweile stärker im Visier als Grüne Der „Welt“ zufolge verlagerte sich die Betroffenheit unter den Parteien auffallend. In den vergangenen Jahren waren außer der AfD auch die Grünen häufig im Visier von Gewalttätern und Gewalttäterinnen. Inzwischen aber sind Vertreter der CDU öfter Ziel von Attacken.Bei Angriffen auf Parteigebäude sei die Union ebenfalls besonders oft betroffen, heißt es. Aus welchem politischen Spektrum die Täter:innen dabei kamen, ließ sich bei den meisten Straftaten gegen CDU-Vertreter nicht zuordnen.Bei Vandalismus im Zusammenhang mit Wahlplakaten lagen CDU und CSU den Angaben zufolge auf Platz drei hinter den Grünen (447) und der AfD (730 Fälle).Erst vor wenigen Tagen waren bei einer Attacke mit einer Flüssigkeit auf einen AfD-Informationsstand im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach neun Menschen verletzt worden und hatten leichte Hautreizungen erlitten. Die Ermittlungen zum Hintergrund laufen.Auch AfD-Politiker selbst fielen zuletzt allerdings mit mutmaßlichen Attacken auf. In Stendal soll der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer Mitte August einen 14-Jährigen mit einem Baseballschläger verfolgt und leicht verletzt haben, nachdem dieser laut Polizei gemeinsam mit einem anderen Jugendlichen ein Wahlplakat der AfD beschädigt hatte.Im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf soll zudem ein AfD-Mitglied am vergangenen Donnerstagnachmittag eine Wahlkämpferin der Berliner Grünen beleidigt und genötigt haben, während die Frau Flyer in Steglitz-Zehlendorf aufhängte. (Tsp)