Ist es Zufall, Schockstarre oder beginnt ein Sender hier, sein Verhältnis zum eigenen Publikum zu überdenken? Zeit wäre es.

Noch wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt drangen keineswegs leise Töne aus dem MDR, im Gegenteil: Als die AfD ankündigte, im Falle eines Wahlsieges die Medienstaatsverträge kündigen zu wollen, entdeckte der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Vorzüge der Offensive. MDR-Intendant Ralf Ludwig erklärte, seine Anstalt sei „unfreiwillig“ zum „Spielball“ des Wahlkampfes geworden. 73 Prozent der Menschen vertrauten dem Sender, sagte er, die Programme seien gut nachgefragt. Warum also wolle die AfD „radikal die Axt an einen Grundstein der Demokratie“ legen?