In Paris grassiert die Heterose, eine neue rätselhafte Krankheit. Das Heterose-Virus hat es ganz auf schwule Männer abgesehen – um sie hetero zu machen. Und das funktioniert erstaunlich, funktioniert erschreckend gut. Auch das Umfeld ändert sich damit: Aus berghainesken Fetisch-Darkrooms werden Fußball-Sportkneipen. Peu à peu. Bierbäuche inklusive.Für den Fitness-Influencer Jim mit seinen (bald nicht mehr) zwei Millionen Follower ist die Heterose jedoch nicht bloß ein Problem, das Paris und bald die schwule Weltbevölkerung bedroht – sondern vor allem seine Bauchmuskeln, also sein Kapital: Nachdem Jim sich mit der Heterose infiziert hat, beginnt sein Sixpack sichtlich zu schwinden. Oh wei. Merde! Rettung verspricht nur Lucien, der un-geoutete Sohn der Gesundheitsministerin, der Jim verehrt – und irgendwie immun ist gegen dieses neue Virus.
Die queere Welt herrlich durch den Kakao gezogen
„Jim Queen“, der dieses Jahr schon bei den Filmfestspielen von Cannes gefeiert wurde, ist ein köstlicher Spaß, animiert im „Futurama“-Stil. Und nicht nur die Heteros bekommen (im wahrsten Wortsinn) ihr Fett ab. Nein, auch die queere Welt wird herrlich selbstironisch durch den Kakao gezogen. Eine Message zu mehr Achtsamkeit und gegenseitigem Respekt steckt schon drin in „Jim Queen“ – aber so gewitzt verpackt, dass man sich nie belehrt, sondern durchweg aufs Beste entertaint fühlt.Die französisch-belgische Koproduktion „Jim Queen“ der Regisseure Nicolas Athané und Marco Nguyen ist einer von 18 Filmen, die 2026 auf dem Queerfilmfestival (QFF) zu sehen sind. Eine Woche lang, vom 10. bis zum 16. September. „Geboten wird queeres Kino in seiner ganzen unverschämten Vielfalt und Energie: von kunstvoll bis kämpferisch, zärtlich bis zügellos“, versprechen die Veranstalter – und lösen das auch ein. Samt Festival-Highlights aus Cannes („Flesh & Fuel“), Venedig („On the Road – En el camino“), Berlin („Iván & Hadoum“) und San Sebastián („Maspalomas“).









