Unabhängigen Journalismus gibt's auch auf Europas größtem queeren Straßenfest. Die taz zieht vom 18.-19. Juli zum „Motzstraßenfest“ in Berlin. Warum wir dabei sind – und Du es auch sein solltest.

Tilly (li.) und Giselle, berlinweit berühmte Damen der höheren Stadtgesellschaft

Aus der taz | Das lesbisch-schwule Stadtfest in Berlin-Schöneberg, einst gegründet, um grassierender Homofeindlichkeit im Nollendorfkiez etwas entgegen zu setzen, ist heute eines der größten Straßenfeste der Hauptstadt.

Für die queere Szene Europas ist es das, was für Bayern das Oktoberfest und für die römisch-katholische Kirche das Osterfest ist. Nur: heilig ist hier nichts und niemand. Zum Glück.

Mehrere hunderttausend Menschen lassen sich alljährlich durch das feucht-fröhliche Geschehen in den Straßen des traditionsreichen Schöneberger Homokiezes am Nollendorfplatz treiben. Ob spleenig oder populär, Versicherungsagentur oder Sportverein, Bundestagspartei oder Fetischkeller, NGO oder Schmuckdesigner:in – die ganze Bandbreite nicht-heterosexuellen Lebens, Wirkens und Wirtschaftens ist auf dem traditionellen Straßenfest präsent, feiert und wirbt für sich. Alle haben Platz, alle sind willkommen.