Als Abend für experimentelle Filme in einem schwulen Berliner Club – so ging es vor 20 Jahren los mit dem Xposed. Das Konzept: Filme zeigen, die anderswo (noch) keinen Platz finden und zugleich einen Ort zu kreieren, der Community-Vibes versprüht – und an dem man miteinander über die gesehenen Filme ins Gespräch kommt. Und damit auch über die Welt, in der wir leben.

In zwei Dekaden ist das Xposed gehörig gewachsen. In gleich sieben Berliner Kinos findet es 2026 vom 21. bis zum 31. Mai 2026 statt: im Moviemento, Babylon Kreuzberg, Wolf, Il Kino, Sinema Transtopia, Sputnik und im City Kino Wedding. Und auch das queere Kino hat sich unterdessen sehr gewandelt. Zu erleben ist das in der Retrospektive im Rahmen des Xposed –mit acht Filmprogrammen vom 21. bis zum 24. Mai im Sinema Transtopia in Wedding.

Tatsächlich gibt es global viel mehr queere Filme als noch vor 20 Jahren. „Und diese erzählen unterschiedliche Geschichten aus zahlreichen Perspektiven statt einen verengten Fokus auf Coming-Out, queeres Leiden oder Liebesbeziehungen zu setzen“, sagt uns Merle Groneweg aus dem Xposed-Kurationsteam, dem auch Kareem Jamaal Baholzer, David Bakum, Pol Merchan und Sarnt Utachamote angehören.

Neben den sich stets verändernden queeren Lebensrealitäten, die sich in Dokumentar- und Spielfilmen widerspiegeln, erleben die Xposed-Leute bei der Auswahl der Titel eine zunehmend große Experimentierfreudigkeit: „Afrofuturismus und Science-Fiction, aber auch historische Dramen und Klimakrisen-Dystopien prägen heute das queere Filmschaffen“, so Merle Groneweg.