Noch bis Freitag können Kinder und Jugendlich in der Hauptstadt symbolisch für eine Partei abstimmen. Ein Besuch im Wahllokal zeigt, was sie bedrückt.

Mila Kassem

Gelassen lässt sich Charly, 10 Jahre alt, den Wahlzettel erklären. Er nickt kurz, verschwindet in der Wahlkabine und kommt kurz darauf auch schon wieder raus. Das Kreuz ist gesetzt. Doppelt gefaltet steckt er den Zettel in eine mit Tauben dekorierte Wahlurne, die ihm eine Mitarbeiterin hinhält.

Er habe für die Grünen gestimmt, weil er für Klimaschutz ist, sagt Charly: „Ich muss ja auch noch lange auf der Welt leben können.“ Die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt hätten ihn bestürzt, die Politik der AfD heiße dort das Ende des Klimaschutzes. Er mache sich Sorgen, dass so etwas auch in Berlin passieren könnte.

Charly ist für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus noch nicht wahlberechtigt. Deshalb nimmt er hier in der Mittelpunktbibliothek Wilhelm Liebknecht / Namık Kemal am Kottbusser Tor in Kreuzberg an der U16-Wahl teil. Die Bücherei ist eines von 222 Wahllokalen für die Abstimmung, bei der Kinder und Jugendliche noch bis Freitag ihre Meinung äußern können. Die Ergebnisse sollen am kommenden Montag veröffentlicht werden.