Noch nie war die Zahl der Nicht-Wahlberechtigten so hoch wie dieses Jahr. Mit einer Symbolwahl in Spätis klärt eine Initiative über die Folgen auf.
Hier dürfen alle mit abstimmen: Symbolwahl am Lausitzer Platz
Uta Schleiermacher
Halil Can sitzt auf einer Bierbank vor einem Späti am Lausitzer Platz zwischen Leuchtreklame für Bier, Kaffee und Softdrinks. „Wahllokal“ steht auf einem Din-A-4 Zettel an der Schaufensterscheibe hinter ihm, auf dem Tisch vor sich hat er eine Plastikbox als Wahlurne aufgebaut.
So ausgerüstet, spricht Can Passant*innen an. Der 19-jährige Önder Akif Sivrikaya ist am Sonntagabend mit seinen Eltern unterwegs. Der Sohn ist eingebürgert, die Eltern haben die türkische Staatsbürgerschaft, obwohl sie ihr gesamtes Leben hier verbracht haben. Can lädt die Eltern ein, ihre Kreuze zu machen, dafür gibt es einen Zettel mit den Namen der Spitzenkandidat*innen der Parteien von Linke, Grünen, SPD, CDU, AfD und BSW, daneben eine Liste der zur Wahl zugelassenen Parteien. Erststimme und Zweitstimme steht darüber, und ganz oben, in rot: „kein amtlicher Wahlzettel“.












