PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSachsen-Anhalt„Macht gar keinen Sinn, was Sie sagen“ – Lanz reagiert kopfschüttelnd auf Aussage von Sepp MüllerStand: 07:46 UhrLesedauer: 4 MinutenUnions-Fraktionsvize Sepp Müller hat sich enttäuscht gezeigt über die ersten Weichenstellungen seiner Partei nach der Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt.Bei „Markus Lanz“ offenbart Unions-Fraktionsvize Sepp Müller seine Enttäuschung über den ausbleibenden Neuanfang seiner Partei. Als der Moderator fragt, warum Müller Spitzenkandidat Schulze „in den Rücken fiel“, reagiert dieser ausweichend.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenUnions-Fraktionsvize Sepp Müller hat sich enttäuscht gezeigt über die ersten Weichenstellungen seiner Partei nach der herben Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt. Mit Blick auf den noch amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU), der am Dienstag von der Fraktion zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt wurde, sagte Müller in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz: „Es ist ein fatales Signal, wenn man am Abend zuvor sagt, man macht den Weg frei für einen Neuanfang.“ Die Fraktion habe sich aber dazu entschieden, das akzeptiere er selbstverständlich.Er finde jedoch, dieses Signal sei nicht gut, sagte Müller. Doch am Ende gelte: „Wir als Partei stehen zusammen.“ Zwei Tage nach der CDU-Niederlage bei der Landtagswahl hatte sich Schulze gegen den bisherigen Fraktionschef Guido Heuer in einer Kampfabstimmung durchgesetzt.Alles zur Sachsen-Anhalt-Wahl und ihren Folgen lesen Sie in unserem LivetickerMüller sagte, seine Partei liege in Trümmern. Die Glaubwürdigkeit fehle. Müller gilt als dezidierter Gegner Schulzes und vertritt die Auffassung, dass jegliche Zusammenarbeit mit der Linken die CDU zerreißen würde.Lesen Sie auchLanz konfrontierte Müller mit dessen eigenem Auftreten in den Tagen vor der Wahl. Der ZDF-Moderator fragte: „Ist es ein Prinzip, wenn man sich im November hinstellt und sagt: ‚Ich kämpfe für diesen Kandidaten bis zum letzten Blutstropfen‘ und dann drei Tage vor der Wahl anfängt, ihm in den Rücken zu fallen? Warum haben Sie das gemacht?“ Müller verwies auf den Grundsatz der Union, nicht mit links und nicht mit rechts zusammenzuarbeiten. Lanz darauf: „Das ist doch nicht das Thema.“ Müller: „Doch, das ist das Thema.“ Müller erinnerte anschließend an den ersten Landesvorsitzenden der CDU Sachsen-Anhalt, Leo Herwegen, der in einem SED-Schauprozess ins Gefängnis gekommen und 1958 nach Westdeutschland geflohen sei: „Wir haben viele Mitglieder bei uns, die unter der SED und ihren Rechtsnachfolgern gelitten haben.“ Lanz unterbrach ihn: „Alles Nebelkerzen, die Sie gerade werfen, Herr Müller.“ Müller entgegnete: „Das sind keine Nebelkerzen. Der Hinweis ist relevant und ist gut.“Lanz hakte nach: „Es geht darum, wie gehen wir miteinander in der Politik um? Warum reden wir so oft über Glaubwürdigkeit und machen dann so was? Warum fällt Ihnen drei Tage vor der Landtagswahl auf, dass Sie diesen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linkspartei haben?“ Müller verwies auf ein Beschlusspapier des CDU-Kreisverbands Harz vor der Wahl: „Sie wissen, dass ich bei dieser Frage sehr klar bin, schon immer sehr klar war. Das habe ich in mehreren Runden sehr deutlich gemacht.“ Auf die Frage, ob er die Sorge gehabt habe, Schulze könne es doch mit der Linkspartei machen, sagte Müller: „Ich habe keine Sorge gehabt, weil ganz klar ist: Der Grundsatz, weder mit links noch mit rechts zusammenzuarbeiten, gilt.“ Lanz reagierte mit Kopfschütteln: „Das macht ja jetzt gerade gar keinen Sinn, was Sie sagen.“ Müller ergänzte: „Wir können uns nicht von den Linken und von der AfD abhängig machen. Die Umfrageergebnisse in der letzten Woche vor der Wahl hatten darauf hingedeutet.“ Schulze habe erklärt, er wolle keinen Minister der Linken und der AfD am Kabinettstisch haben. „Eine Tolerierung schließen wir genauso aus. Diesen Satz hätte ich mir persönlich gewünscht.“ Warum er das Schulze nicht direkt gesagt habe, wollte Lanz wissen. Müller verwies auf mehrere Landesvorstandssitzungen, die teilweise ausgefallen seien, und sagte, es gehe darum, „raus aus dem Hinterzimmer und nach vorne“ zu kommen.Nur noch 15 Abgeordnete für die CDUBei der Landtagswahl am Sonntag war die AfD mit 43,8 Prozent die mit Abstand stärkste Kraft geworden, vor der CDU mit 17,2 Prozent der Stimmen. Es war das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung. Die CDU verlor 25 Mandate, im neuen Landtag ist die Fraktion nur noch mit 15 Abgeordneten vertreten.Die Neuaufstellung der Fraktionsspitze ist nicht die einzige Personalfrage, die die CDU beschäftigt. Der bisherige CDU-Landeschef Schulze hat eine Neuwahl des CDU-Landesvorstandes für Ende November oder Anfang Dezember angekündigt. Er stehe da nicht mehr zur Wahl. CDU-Landeschef will jetzt Müller werden.gold mit dpa
Markus Lanz: „Das macht jetzt gar keinen Sinn, was Sie sagen“ – Moderator reagiert kopfschüttelnd auf Aussagen von Sepp Müller - WELT
Bei „Markus Lanz“ offenbart Unions-Fraktionsvize Sepp Müller seine Enttäuschung über den ausbleibenden Neuanfang seiner Partei. Als der Moderator fragt, warum Müller Spitzenkandidat Schulze „in den Rücken fiel“, reagiert dieser ausweichend.













