Sepp Müller ist Co-Chef der Unionsfraktion im Bundestag. Jetzt will er neuer CDU-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt werden.

Sepp Müller oder Sepp Maier? Ersterer will lieber an die CDU-Spitze als ins Fußballstadion

Bernd Elmenthaler/imago

Am Sonntagabend läuft ein hochgewachsener Mann durch den großen Saal im Hotel Maritim in Magdeburg. Er schüttelt Hände, klopft Schultern, spricht hier und dort. Jour­na­lis­t:in­nen werden freundlich begrüßt, dann aber abgewiesen: „Ich sag jetzt nichts.“ Die CDU Sachsen-Anhalt hat gerade mit 17 Prozent ein desaströs schlechtes Ergebnis eingefahren, die AfD ist nah dran an der Staatskanzlei. Auf der Wahlparty der CDU ist die Stimmung verzweifelt.

Sepp Müller, jener hochgewachsene Mann, könnte jetzt schweigen, so wie an diesem Abend viele aus der CDU Sachsen-Anhalt. Irgendwann steht er doch vor einer TV-Kamera und sagt: „Ein,Weiter so' kann es nicht geben.“ Spätestens jetzt ist klar: Hier bringt sich jemand als Nachfolger von Sven Schulze in Stellung, dem Ministerpräsidenten und gescheiterten CDU-Spitzenkandidaten. Er war ohnehin nie Müllers bester Parteifreund.