Lesen, Schreiben, Rechnen – deutsche Schulkinder schneiden im Vergleich schlechter ab als vorher schon, sagt die neue Pisa-Studie. Warum ist das so?

Schon in der Grundschule: Mehr Zeit für Lesen und Rechnen

Martin Möller/imago

taz: Herr Brand, die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie sind wieder einmal wenig erfreulich: Die Leistungen deutscher Schü­le­r:in­nen haben sich weiter verschlechtert, die Chancenungleichheit hingegen ist nach wie vor extrem hoch. Wie erklären Sie sich, dass Deutschland einfach keine Trendwende gelingt?

Alexander Brand: Einen Teil der Ergebnisse kann man sicher noch mit der Coronapandemie und den langen Schulschließungen hierzulande erklären. Die Lücken, die damals entstanden sind, konnten offenbar nicht mehr wirklich geschlossen werden. Zum anderen glaube ich, dass die Schulen zu lange die basalen Kompetenzen – Lesen, Schreiben, Rechnen – vernachlässigt haben. Es ist gut, dass es hier in den vergangenen Jahren zu einem Umdenken kam. Für die jetzige Pisa-Studie kamen die Reformen aber zu spät.