Demnach bleibt rund ein Drittel der internationalen Studienanfänger langfristig, also bis zur Rente, in Deutschland. 45 Prozent stehen nach einem erfolgreichen Studienabschluss zunächst als Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Für die Berechnungen wertete das IW erstmals detailliert Daten des amtlichen Mikrozensus aus – bisherige Schätzungen etwa der OECD kamen zu ähnlichen Ergebnissen, beruhten aber auf anderen Daten.

Überschuss von mehr als 23 Milliarden EuroDaraus ergibt sich laut Studie ein klarer Nutzen für die Staatskasse: Der Jahrgang von knapp 82.000 internationalen Studierenden mit Abschlussabsicht, die 2023 ihr Studium begannen, werde über das gesamte Erwerbsleben hinweg voraussichtlich eine Wertschöpfung von rund 127 Milliarden Euro erwirtschaften. Für die öffentlichen Haushalte bliebe demnach langfristig ein Überschuss von 23,1 Milliarden Euro – die Steuern und Sozialabgaben der Studierenden übersteigen diesen Berechnungen zufolge also die Ausgaben des Staates für sie, etwa für Studienplätze oder Sozialleistungen.

Bereits zwei Jahre nach dem Studienabschluss zahlten die Absolventen demnach mehr an Steuern und Abgaben, als sie zuvor an staatlichen Leistungen erhalten hätten. Damit liegt der neu berechnete Überschuss am oberen Rand der Szenarien, die das IW bereits 2025 in einer Vorstudie skizziert hatte. Damals war das Institut im mittleren Szenario noch von einem Überschuss von 15,5 Milliarden Euro pro Jahrgang ausgegangen, im günstigsten Fall von 26 Milliarden Euro.