Studierende und Auszubildende aus dem Ausland landen in Deutschland oft in der Schuldenfalle oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) weist in einer Analyse darauf hin , dass die vereinfachten Möglichkeiten für Fachkräfte und Studierende aus Drittstaaten »Spielräume für eine zweckwidrige Nutzung« eröffneten und damit »zu prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen führen« könnten.

Um Arbeit, Ausbildung oder Studium in Deutschland für Menschen aus Drittstaaten attraktiver zu machen, ist das Bildungs- und Erwerbsmigrationsrecht liberalisiert worden. Inzwischen zeigen sich jedoch laut dem Sachverständigenrat auch Schattenseiten dieser Entwicklung.Junge Menschen aus Drittstaaten nehmen hohe Kosten auf sichIn den vergangenen Monaten hätten sich Berichte darüber gehäuft, »dass internationale Studierende und Auszubildende teilweise hochverschuldet sind und in prekären Arbeitsverhältnissen landen«, erklärte SVR-Geschäftsführerin und Co-Autorin Cornelia Schu. »Fast sprichwörtlich geworden sind die etwa aus Indien stammenden Fahrer für Lieferdienste.«

Junge Menschen aus Drittstaaten nähmen teilweise hohe Kosten auf sich, um in Deutschland eine Ausbildung oder ein Studium aufzunehmen. »Private Vermittlungsagenturen im Herkunftsland locken sie mit dem Versprechen, sich um Studienplatz oder Ausbildungsvertrag, Sprachprüfung und Visum zu kümmern. Dafür verlangen sie erhebliche Summen«, erklärte Schu.Auch private Hochschulen, die sich vorwiegend über Studienentgelte finanzieren, würden gezielt internationale Studierende anwerben. »Um ihren Aufenthalt finanzieren und die Schulden begleichen zu können, sind manche internationalen Auszubildenden und Studierenden dann gezwungen, nebenher zu arbeiten – häufig in schlecht bezahlten und prekären Beschäftigungsverhältnissen wie etwa in Nagelstudios oder eben bei Lieferdiensten.«