Was hat Sie auf der IFA besonders beeindruckt?Ich habe sehr stark auf die deutschen Hersteller geschaut – wie BSH, Miele, Liebherr, Fritzbox. Ich war echt beeindruckt von dem Design, von der Verbindung von KI in den Geräten. Und dass Nachhaltigkeit bei uns nach wie vor ein Thema ist. Mit der Steuerung eines Gefrierschranks durch KI werden zehn bis 20 Prozent weniger Energie verbraucht. Das finde ich eine tolle Innovation. Natürlich ist China auch im Bereich Hausgeräte von der Produktionskapazität her, von der Entwicklung her sehr weit fortgeschritten. Von ihnen können wir uns etwas abschauen: diese unglaubliche Geschwindigkeit. Das nehme ich als Ansporn mit.China ist sehr stark auf der IFA präsent, Xiaomi etwa belegt eine halbe Halle. Wie passt das zusammen mit Tendenzen, dass sich Europa wirtschaftlich verstärkt von China unabhängig machen will?Wenn wir über die gesamte Wertschöpfungskette nachdenken, über welche Art von Kooperation wir nachdenken, über die Kritikalität der Bereiche – da müssen wir differenzieren. Gerade in sehr sicherheitsrelevanten Bereichen ist in der heutigen Zeit grundsätzlich Vorsicht geboten.Gehören dazu auch Haushaltsgeräte oder -roboter?Es ist schon so, dass auch diese Geräte smarter werden. Da lassen sich Daten auslesen. Das muss man dann entsprechend sichern. Ich möchte das Sicherheitsthema jetzt nicht nur auf China beschränken. Es ist ein grundsätzliches Thema, über das wir uns Gedanken machen müssen. Die beste Antwort auf diese Frage ist mehr eigene Wertschöpfung, eigene Innovationskraft. Dann können wir alles auch besser selbst steuern.KI ist allgegenwärtig in Berlin. Europa aber scheint abgehängt und allenfalls Marktführer mit Blick auf die Regulierung von KI zu sein.KI ist ein weites Feld. In den Spitzen-Sprachmodellen sind wir sehr weit weg von den führenden Anbietern. Es gibt aber andere Bereiche, wie industrielle KI, da haben wir große Chancen, weil wir jetzt wirklich angefangen haben, diese Daten zu nutzen. Im Feld der Sprachmodelle ist der Weg sehr weit, aber wir dürfen dieses Rennen noch nicht aufgeben.In jüngster Zeit wurde verstärkt diskutiert, dass KI bald so intelligent wird, dass eine Auslöschung der Menschheit droht. Muss uns das Angst machen?Jede Technologie, die sehr mächtig ist, kann einen unglaublichen Nutzen stiften. Und jede Technologie mit einer bestimmten Leistungsfähigkeit beinhaltet auch große Risiken. Das gilt auch für KI. Ich glaube, diese Debatte sollten wir sehr balanciert führen. KI kann uns helfen, Krankheiten zu heilen, Leben zu verlängern, Komplexität zu lösen. Sie kann uns vor allen Dingen in Deutschland helfen, unsere Arbeitsmarktlücke zu lösen. Richtig ist aber auch: Diese Systeme tun manchmal Dinge, die sie nicht tun sollten. Diese Maschinen brauchen Regeln, vielleicht auch Regeln by Design. Unsere Antwort darf aber nicht nur Regulierung sein, sondern wir brauchen das technische Know-how.