PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSachsen-AnhaltBei der Briefwahl liegen AfD und CDU plötzlich gleichauf – das sind die ErklärungsansätzeStand: 08.09.2026Lesedauer: 2 MinutenDie AfD erzielt bei der Wahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent und wird stärkste Kraft. Die CDU verliert deutlich, das BSW zieht erstmals in den Landtag ein.Bei Briefwählern in Sachsen-Anhalt liegt die CDU mit der AfD gleichauf. An der Urne erreicht die AfD dagegen mehr als dreimal so viele Stimmen wie die CDU.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenRund 21 Prozent der Wahlberechtigten haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt per Briefwahl abgestimmt – und sie haben sich deutlich anders entschieden als die 57 Prozent, die zur Stimmabgabe ins Wahllokal gegangen sind.Wie aus Daten des Statistischen Landesamts Sachsen-Anhalt hervorgeht, stimmten unter den Briefwählern nur 24,3 Prozent für die AfD, im Vergleich zu 51,2 Prozent der Urnenwähler. Damit liegt die AfD bei den Briefwahlstimmen gleichauf mit der CDU (ebenfalls 24,3), die hingegen bei den Urnenwählern nur auf 14,5 Prozent kommt. Bei den Urnenwählern beträgt der Abstand zwischen AfD und CDU somit 36,7 Prozentpunkte.Lesen Sie auchAuch alle übrigen Parteien schnitten unter den Briefwählern besser ab: SPD, Grüne und Linke holen zweistellige Ergebnisse, das BSW sechs Prozent. Für die FDP hätte es mit 3,3 Prozent allerdings auch unter den Briefwählern nicht für einen Wiedereinzug in den Landtag gereicht.Auf die Zahl der abgegebenen Stimmen gerechnet betrug der Anteil der Briefwähler 27,4 Prozent und lag damit 1,7 Prozentpunkte niedriger als bei der vergangenen Wahl.Dass die AfD bei Urnenwählern besser abschneidet als bei Briefwählern ist ein wiederkehrendes Muster. Häufige Erklärungsansätze sind zum einen demografische Unterschiede: Briefwähler sind häufig älter, höher gebildet und leben eher in Städten – Gruppen, die traditionell eher CDU, SPD oder Grüne wählen. Sie weisen außerdem eine höhere Parteibindung auf. Des Weiteren beobachten Wahlforscher seit Längerem, dass insbesondere Protestwähler häufig zur Wahl an der Urne neigen.Lesen Sie auchZum anderen schürt die AfD immer wieder Zweifel an der Verlässlichkeit der Briefwahl. So hatte etwa AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkampf mit Blick auf die Briefwahl in Pflegeheimen behauptet: „Wir alle wissen es, in vielen Einrichtungen, je nach Trägerschaft, wurde ab und zu mal nicht immer alles dem Zufall überlassen.“ Vergangene Woche hatte die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass eine unbekannte Person die Wahlunterlagen einer 95-jährigen dementen Frau in einem Pflegeheim in Dessau ohne Vollmacht ausgefüllt und für sie gewählt haben soll. Die Ermittlungen wurden später mangels Belegen eingestellt. Auch die AfD konnte keine konkreten Belege vorlegen.Alles zur Landtagswahl lesen Sie hier:Alle Ergebnisse und Grafiken der Landtagswahl im ÜberblickSo falsch lagen die Umfrageinstitute bei der letzten Sachsen-Anhalt-WahlAlle Wahlkreise und ihre Sieger in Sachsen-Anhalt im ÜberblickWählerwanderung: Mehr als jeder zweite neue AfD-Wähler war 2021 NichtwählerDemografie und Berufe: AfD holt in zwei Altersgruppen mehr als jede zweite Stimmelfb