Als erstes Autowerk in Deutschland wird das Volkswagen-Werk in Osnabrück zum Rüstungsstandort. Das Land Niedersachsen und der israelische Investor Aurelius übernehmen nach Angaben vom Montag die Anlage und bauen sie in den ​kommenden Jahren zu einem Kompetenzzentrum für die Verteidigungsindustrie aus. Als erstes Projekt sollen in der Fabrik Komponenten für Luftverteidigungssysteme des israelischen Iron-Dome-Herstellers Rafael produziert werden. Die Eckpunkte des ‌Geschäfts seien am Montag vereinbart worden, teilte Volkswagen mit. VW-Chef Oliver Blume sprach von einem wichtigen Schritt, um dem Standort eine neue industrielle Zukunft zu eröffnen.Den Plänen zufolge übernimmt der auf Rüstungsprojekte spezialisierte Fonds Aurelius die Mehrheit an dem Werk, das Land Niedersachsen eine Minderheit. Die Details für das Geschäft sollen in den kommenden Monaten ausgehandelt werden, wie die Beteiligten weiter erklärten.

Stellenzahl soll schrumpfenNiedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sagte, mit der Vereinbarung ​eröffne seine Regierung Osnabrück eine echte industrielle Chance. Der Standort habe viel Erfahrung bei anspruchsvollen Aufgaben, zugleich habe sich die Sicherheitslage grundlegend verändert. »Deutschland ⁠und Europa müssen ihre ⁠Fähigkeiten stärken und unabhängiger werden. Niedersachsen will dazu beitragen, dass daraus Wertschöpfung und sichere Beschäftigung entstehen.« Rafael-Chef Yoav Tourgeman sagte, Ziel sei eine langfristige industrielle Partnerschaft mit der Idee, dass die Technik für den Schutz Deutschlands und Europas vollständig in Deutschland ‌produziert werde.