Argentiniens Präsident Milei missbraucht die britischen Falklandinseln als nationalistisches Wahlkampfthema, weil seine Umfragen schlecht sind.

Kampf um die Falklandinseln – die Argentinien „Malwinen“ nennt – während der WM im Juli 2026

Gustavo Garello/ap

W as hat die reine Lehre des Anarchokapitalismus mit Nationalismus zu tun? Nichts. Warum also spielt der argentinische Präsident Javier Milei die nationalistische Karte aus? Weil ihm das Wasser bis zum Hals steht. Das Bild passt zu den Falklandinseln – die Argentinien Malwinen-Inseln nennt –, um die es geht. „Unsere nationale Sache ist heute einer eindeutigen und dringenden Gefahr ausgesetzt, die eine angemessene Reaktion erfordert“, erklärte Milei vergangenen Donnerstag in einer landesweit ausgestrahlten Ansprache. Und: „Las Malvinas son argentinas!“ – „Die Malwinen sind argentinisch!“

Mileis Umfragewerte sind schlecht, seine Wiederwahl im kommenden Jahr ist nicht mehr sicher. Die wirtschaftliche Realität, die soziale Härten und die politischen Enttäuschungen lassen sich nicht einfach mehr wegreden. Und so entdeckt und missbraucht der radikale Marktfundamentalist den Nationalstaat als Wahlkampfinstrument. Der Spruch „Las Malvinas son argentinas“ ist emotional besetzt und auf dem Festland alltäglich präsent. Er wird im Kindergarten und in der Schule gelehrt. Er prangt an jedem öffentlichen Verkehrsmittel, und wer durch die Pampa fährt, kommt alle paar Hundert Kilometer an einem Straßenschild mit dieser Aufschrift vorbei.