Grüne und SPD haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Allerdings auf Kosten der CDU.

Gefühlskarussell bei den Grünen: Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz mit Felix Banaszak (Mitte)

Harald Krieg

Am Wahlabend jubeln zuerst die SPD und wenig später die Grünen. Beide Parteien lagen vor der Wahl in Umfragen nahe der 5-Prozent-Hürde. Nun konnten sie ihre Ergebnisse im Vergleich zur Landtagswahl 2021 verbessern, beide holten um die 9 Prozent der Stimmen. Doch das Gesamtergebnis erzählt noch eine andere Geschichte. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Initiativen zum taktischen Wählen aufgerufen. Sollten Grüne und SPD ins Parlament kommen, so die Erzählung, bekäme die AfD keine absolute Mehrheit. Doch so einfach ist es nicht – das zeigt sich auch auf den Wahlpartys.

Bei den Grünen ist am Sonntag um 18 Uhr innerhalb weniger Sekunden die komplette Bandbreite menschlicher Mimik zu beobachten. In der ersten Reihe vor der TV-Leinwand hat sich ein Pulk um Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz und Bundesparteichef Felix Banaszak versammelt. Offene Münder und erste Sorgenfalten, als die ARD die herben Verluste der CDU durchgibt. Entsetzensfurchen beim Wert der AfD. Erleichterte Gesichter beim Jubel über das eigene Ergebnis. Dann wieder Falten, als das Rechnen losgeht: Was heißt das für die Sitzverhältnisse?