PfadnavigationHomeSportFormel 1Heimrennen in MonzaFerrari und die drängende Frage, wann der Schumacher-Glanz zurückkommtVon Helmut UhlStand: 06.09.2026Lesedauer: 3 MinutenMichael Schumachers Triumph 1996 war damals der erste Sieg des Ferrari-Teams in Monza seit 1988Quelle: picture-alliance/ASA/Wolfgang GrothVor 30 Jahren feierte Michael Schumacher seinen ersten Sieg mit Ferrari. Daher widmet der Rennstall den Großen Preis von Italien dem Rekord-Champion. Heute ist das Team nur noch im Schönreden weltmeisterlich.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenVor 10.955 Tagen leuchtete über Maranello ein neuer roter Stern. Michael Schumacher, damals 27, feierte seinen ersten Ferrari-Sieg im heimischen Monza.Der 8. September 1996 sollte die Geburtsstunde des neuen Renngotts der Tifosi werden. 30 Jahre später würdigt Ferrari beim Großen Preis von Italien in Monza die unvergleichliche Ära des siebenmaligen Formel-1-Champions und hüllt die beiden aktuellen Renner von Lewis Hamilton und Charles Leclerc in ein Schumacher-Kleid – sie fahren in der gleichen Lackierung von damals.Der Deutsche hinterließ nicht nur wegen seiner fünf WM-Titel für Ferrari unverwischbare Spuren – er krempelte den italienischen Mythos-Rennstall in seinen elf Jahren komplett um.„Michael Schumacher untersuchte jedes Detail seines Fahrens“ „Zu Michaels Zeiten veränderte sich unsere Arbeitsweise grundlegend“, sagte Piero, Sohn von Gründer Enzo Ferrari († 90): „Ich erinnere mich daran, dass er die Telemetriedaten mit nach Hause nahm, um jedes Detail seines Fahrens zu untersuchen. Er wollte verstehen, wo er sich verbessern und an welchen Stellen der Strecke er den Unterschied ausmachen konnte.“Der Sohn des Ferrari-Gründers lobt Schumacher, der nach seinem Skiunfall 2013 weiter zurückgezogen in Behandlung ist: „Ich glaube, diese Fähigkeit, die eigene Arbeit zu analysieren und ständig nach Möglichkeiten zur Verbesserung zu suchen, ist eines der bedeutendsten Vermächtnisse, die er Ferrari hinterlassen hat.“Lesen Sie auchUnd noch etwas verstand Schumacher wie kein anderer: Er ließ die Fans spüren, dass er einer von ihnen ist. „Michael eroberte einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen“, schwärmte Piero Ferrari.Die Tifosi fragen sich seit der letzten Fahrer-WM 2007 durch Kimi Räikkönen: Wann kommt der Schumi-Glanz zurück?Hamilton, auch siebenmaliger Champion, wurde vergangenes Jahr von Mercedes nach Maranello gelockt. Kein Sieg, keine Pole, kein Podiumsplatz in der Saison 2025. Noch nüchterner sind die Zahlen des Teamduells gegen Leclerc. 5:19 im Qualifying, 3:18 im Rennen. Erst in diesem Jahr ist der Rennstall wieder in der Erfolgsspur: Hamilton gewann im Ferrari in Spanien, liegt aktuell auf Platz zwei der Fahrer‑WM. Allerdings 59 Zähler hinter Youngster Kimi Antonelli (183:242).Hamilton beklagte sich schon im vergangenen Jahr: „Ich mache Vorschläge, aber keiner hört auf mich.“ Das war bei Schumacher anders. Das Dreigestirn mit Teamchef Jean Todt und dem Technischen Direktor Ross Brawn (kam 1997 dazu) war sich stets einig, einzigartig und unschlagbar.Hamilton verleiht Ferrari etwas Glanz und GlamourFerrari im Jetzt-Zustand mit Teamchef Fred Vasseur (seit 2023 im Amt) bekommt es teamintern nicht auf die Reihe, an einem Strang zu ziehen. Falsche Rennstrategien kosteten nicht nur Fernando Alonso bei seinem Ferrari-Gastspiel (2010 bis 2014) zwei WM-Titel, sondern sorgten auch in den vergangenen Jahren immer wieder für Podiums- und Punktverluste.Bei Ausreden und im Schönreden waren die Roten nie verlegen.Hamilton wurde vor dem Monza-Grand-Prix die Tragweite dieses Wochenendes bewusst: „Wenn ich hier gewinnen würde, wäre das Neuland. Zum ersten Mal mit Ferrari in Monza zu gewinnen, ist etwas …“ Da blieben selbst dem siebenmaligen Champion vor dem Rennen an diesem Sonntagnachmittag (15.00 Uhr, Sky) die Worte im Halse stecken.Nach außen aber demonstrierte Hamilton schon mal Glanz und Glamour. Als er mit einem gerade privat erworbenen Ferrari F40 im Fahrerlager vorfuhr, schwärmte er: „Das Auto hat nur originale 69 Kilometer drauf und hat auch noch die Motornummer 44.“ Das ist seine Startnummer seit 2014 (obwohl ihm als Weltmeister die Nr. 1 zugestanden hätte) und war schon seine Startnummer im Kart. Ob Hamilton seiner Nummer auch zum Glanz heute in Monza verhilft? Ferrari hat seinen Fahrern zumindest schon mal einen Supermotor mit 15 PS mehr gegeben …
Formel 1: Ferrari in Monza und die Frage: Wann kommt der Schumacher-Glanz zurück? - WELT
Vor 30 Jahren feierte Michael Schumacher seinen ersten Sieg mit Ferrari. Daher widmet der Rennstall den Großen Preis von Italien dem Rekord-Champion. Heute ist das Team nur noch im Schönreden weltmeisterlich.












