PfadnavigationHomePanoramaKriminalitätSabotageakte„Klimaextremismus“ – Polizei wertet für Jagd nach Daniel V. jetzt auch Wildkameras ausStand: 05.09.2026Lesedauer: 2 MinutenDie Polizei hat laut NRW-Innenminister Herbert Reul das Fahrzeug des Mannes gestürmt, der mehrerer Sabotageaktionen gegen die deutsche Stromversorgung verdächtigt wird. Reporter Christian Schmidt berichtet.In NRW haben Beamte das Fluchtauto des mutmaßlichen Saboteurs Daniel V. gestürmt. Der Mann ist nun zu Fuß flüchtig. Die Ermittler hoffen nun, dass er dabei gefilmt wurde. Innenminister Alexander Dobrindt spricht von „Klimaextremismus“.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDie Polizei in Nordrhein-Westfalen fahndet weiter mit Hochdruck nach Daniel V., der für mehrere Sabotageakte an Umspannwerken verantwortlich sein soll. Nach Informationen des WDR sollen nun die Aufnahmen von Wildkameras ausgewertet werden, ob der 48-Jährige möglicherweise darauf zu sehen ist. Zudem sollen in Bergheim insgesamt neun Abschussvorrichtungen gefunden worden sein, in Dormagen zwei und in Weisweiler eine, berichtet der Sender weiter.Der Verdächtige ist nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) vermutlich zu Fuß unterwegs, nachdem Beamte eines Spezialeinsatzkommandos am Freitagabend das Fahrzeug des Verdächtigen in Niederzier (Kreis Düren) stürmten. Das Fahrzeug des Verdächtigen hatte im Wald gestanden. Der 48-jährige Daniel V. aus der Stadt Gevelsberg (Ennepe-Ruhr-Kreis) hatte ein Bekennerschreiben zu den Anschlägen veröffentlicht. Es liegt auch WELT vor. Darin begründet er die Anschläge auf Umspannwerke mit Kritik an der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Die Polizei hält das Bekennerschreiben – inklusive Name und Adresse – für authentisch.Lesen Sie auchReul warnte jedoch auch vor voreiligen Schlüssen: „Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche.“ Man prüfe, ob der Mann allein gehandelt habe.Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen wurden Reul zufolge am Freitag unter anderem „sprengstoffverdächtige Gegenstände“ gefunden. Diese würden untersucht, sagte der Minister bei dem gemeinsamen Auftritt mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor Journalisten. Es gebe aber noch viele Fragen.Lesen Sie auchDobrindt sprach von einem Fall von „Klimaextremismus“ durch einen mutmaßlichen Einzeltäter. Er verwies zugleich auf die noch laufenden Ermittlungen und den bisher nicht abschließend geklärten Tathintergrund. Eine abschließende Beurteilung sei aktuell noch nicht möglich, betonte der Bundesinnenminister weiter.Offenbar Sprengvorrichtungen in Sachsen gefundenIn dem Bekennerschreiben werden weitere Orte genannt, an denen Sabotageakte erfolgen könnten, unter anderem ein Kraftwerk in Weisweiler bei Aachen. Die Polizei ermittelt auch dort.Die Polizeidirektion im sächsischen Görlitz bestätigte am Abend zudem einen Einsatz nördlich von Bautzen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, wurden zwei Sprengvorrichtungen nahe Umspannwerken gefunden. An der Landesgrenze zu Brandenburg gibt es Umspannwerke im Lausitzer Braunkohle-Tagebaugebiet.In Brandenburg hatten Unbekannte am ‌Dienstagmorgen versucht, mit einem Angriff auf ein Umspannwerk nahe ⁠dem Kraftwerk Jänschwalde einen ​großflächigen Stromausfall auszulösen. Nahe dem Umspannwerk in Dormagen in Nordrhein-Westfalen war es dann am Donnerstagabend ⁠zu einem weiteren Sabotageversuch gekommen. RWE zufolge fand die Polizei dort in der Nähe von Stromleitungen des Versorgers Abschusseinrichtungen.Reuters/dpa/sebe/kami