Liebe Leserin, lieber Leser, der Ruhestand ist (gewiss nicht nur) für Führungskräfte meist mehr als das Ende des Berufslebens. Er kann auch das Ende einer prägenden sozialen Rolle sein. Und wer seinen Selbstwert stark aus der Arbeit bezogen hat, wer sein Umfeld ebenfalls vor allem auf berufliche Kontakte stützt, für den kann der Übergang ein Identitätsbruch werden. Wer dagegen schon früh Freundschaften, Interessen und andere Formen der Zugehörigkeit gepflegt hat, der findet leichter in den neuen Lebensabschnitt. Entscheidend ist deshalb eine Vorbereitung, die weit über die Planung der ersten Reise hinausgeht.Es gilt, Fragen zu beantworten: Welche Werte, Beziehungen und Tätigkeiten sollen die kommenden 15 oder 20 Jahre bestimmen. Was lässt sich vielleicht auch von der eigenen Erfahrung weitergeben, ohne zu nerven, in der Familie, im Ehrenamt oder als Mentor? Darum geht es in diesem viel gelesenen Gespräch. Zugleich warnt der Psychologe Simon Schaugg davor, den Ruhestand zum nächsten Selbstoptimierungsprojekt zu machen. Er brauche Struktur, aber keinen vollgepackten Kalender.Bill Gates, der hier keiner weiteren Vorstellung bedarf, beschreibt den Eintritt in das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) als einen Umbruch, der schneller und umfassender verlaufen wird als frühere technologische Revolutionen. KI könne nicht nur Millionen Arbeitsplätze verdrängen, vor allem auf der Einstiegs- und der mittleren Ebene, sondern auch Cyberangriffe, Desinformation und Überwachung erleichtern sowie Kinder in ihrer sozialen und geistigen Entwicklung beeinträchtigen. Zugleich lägen in ihr gewaltige Chancen, und Gates zählt sie in seinem Gastbeitrag auf: bessere Diagnosen, produktivere Forschung, höhere landwirtschaftliche Erträge in ärmeren Ländern, einfachere staatliche Leistungen und ein breiterer Zugang zu Bildung und professioneller Unterstützung.Welche Tätigkeiten bleiben dem Menschen vorbehalten?Damit diese Möglichkeiten aber nicht nur einer wohlhabenden Minderheit zugutekommen, fordert Gates einen demokratisch legitimierten nationalen und internationalen Ordnungsrahmen. Es geht ihm auch um ein stärkeres soziales Sicherungsnetz, die Definition von Tätigkeiten, die dem Menschen vorbehalten bleiben sollten (ein besonders interessanter Gedanke, wie ich finde), und eine neue Balance bei der Besteuerung von Arbeit und Kapital.Ketogene Ernährung. Haben Sie davon zuvor schon einmal gehört? Ich nicht, aber ich habe gelernt, dass eine solche Ernährungsweise den Körper durch den weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate dazu zwingt, seine Energie stärker aus Fett und den daraus gebildeten Ketonkörpern zu gewinnen. Bei Menschen mit Übergewicht kann das zu deutlichem Gewichtsverlust führen und zugleich Leberfett, Insulinempfindlichkeit und Blutfette verbessern. Aber, so einfach liegen die Dinge dann wohl auch nicht. Eine aktuelle Studie sieht nur geringe Vorteile gegenüber mediterraner oder pflanzenbasierter Ernährung, wenn alle Varianten zu ähnlicher Gewichtsabnahme führen.Für eine dauerhafte Empfehlung reicht die Datenlage also nicht aus. Hinzu kommen die anfängliche „Keto-Grippe“ mit Kopfschmerzen und Übelkeit sowie die offene Frage nach langfristigen gesundheitlichen Folgen. Wer sich dennoch darauf einlässt, sollte gesunde Fette bevorzugen und den Schritt ärztlich besprechen. Denn als verlässlichste Ernährungsweise gilt weiterhin die mediterrane Kost.So oder so: Bleiben Sie gesund! Vielen Dank für Ihre Treue und ein schönes Wochenende. Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine Frage dazu haben, senden Sie mir gerne eine E-Mail an c.knop@faz.de.IhrCarsten KnopHerausgeberFrankfurter Allgemeine Zeitung
Ruhestand als Identitätsbruch: Wie Sie ihn vermeiden
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