Liebe Leserin, lieber Leser, der Eintritt in den Ruhestand trifft viele härter als erwartet. Henning von Vieregge, selbst 79 Jahre alt, hat Generationsgenossen über Jahre begleitet und weiß: Man kann sich vorbereiten – wenn man die richtigen Fragen stellt: Wie ist das mit dem Ruhestand? Kann man sich darauf einstellen? Und dann? Der Psychiater Klaus Dörner, der von 1933 bis 2022 lebte, ermunterte in seinen außerfachlichen Publikationen zu bürgerschaftlichem Engagement. Das sei gut für die Allgemeinheit und die eigene Gesundheit. Seinen persönlichen Übergang in die sogenannte nachberufliche Phase beschrieb er so: „Ich fand mich im sozialen Niemandsland des sozialen Lebensabschnitts ohne Rollenerwartungen wieder und brauchte zwei Jahre Versuch und Irrtum, um einen zu mir passenden Rhythmus zu finden.“ Vieregge erläutert in seinem viel gelesenen Stück, warum Dörner von einem „sozialen Niemandsland ohne Rollenerwartungen“ spricht und warum man sich, Dörner widersprechend, doch ein wenig vorbereiten könne.In der Ernährungsmedizin und -wissenschaft geht es fast immer um das, was auf dem Teller ist: Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Ballaststoffe oder Vitamine. Und natürlich um die Menge, die Kalorien. Weniger Beachtung findet, wie und in welchem Kontext wir essen. Dass beides eine beachtliche Rolle für unsere Vitalität spielt, zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse der vergangenen Jahre. Die folgenden drei Ernährungsregeln, die nichts damit zu tun haben, was auf dem Teller liegt, sollte deshalb jeder einhalten, der Gutes für seine Gesundheit tun möchte. Das findet Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Internist, Ernährungs- und Fastenmediziner. Als ich es las, musste ich vor allem an meine Oma denken. Denn die hat mir diese Dinge auch schon immer gepredigt. Lange her, aber immer noch wahr. Noch ganz ohne Wissenschaft.Das entscheidendste Verdauungswerkzeug im Mund sind unsere Zähne. Die Zähne zerkleinern die Nahrung, und durch die dafür benötigte Zeit verlängern sie die kephale Phase (das ist die erste Phase der Verdauung, die noch im zentralen Nervensystem stattfindet) und die Zeit, die der Speichel für die Vorverdauung erhält. Beides bereitet die Nahrung optimal für den Magen vor und verbessert damit auch die Nährstoffaufnahme sowie die Übergabe der Nährstoffe an das Blut.Essen in stressigen Situationen vermeidenAuch der Zeitpunkt unserer Mahlzeiten beeinflusst Verdauung wie Stoffwechsel und entscheidet mit darüber, ob sich Übergewicht, Diabetes Typ 2, Fettleber oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen über die Lebensjahre ausbilden. Stoffwechsel und Verdauung funktionieren zu unterschiedlichen Tageszeiten nicht immer gleich. Stress wiederum gilt inzwischen auch als mitverursachender Faktor von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn; dasselbe gilt fürs Reizdarmsyndrom und für die Refluxerkrankung. Wir sollten es mithin vermeiden, in sehr stressigen Situationen zu essen. Darüber hinaus kommen Stress und Zeitdruck oft im Doppelpack, sodass man schnell isst und nicht ausreichend kaut. Schließlich verändert Stress auch unseren Appetit – die Folge ist Heißhunger auf Süßes, Salziges und Fettes. Also, wie meine Oma schon sagte, langsam, länger kauen, immer mit der Ruhe.Gutes zu tun, kann ganz schön anstrengend sein. Wer sich auf der Secondhandplattform Vinted schon mal durch 13.467 Sommerkleider geklickt hat, weiß das. Doch es wirkt wie ein kleiner Preis für alle, die sich damit gegen die textile Überproduktion stemmen wollen. Diese Form von „Circular Fashion“ ist kein Akt der Nächstenliebe, sondern längst ein Geschäftsmodell. Im Jahr 2025 steigerte Vinted seinen Umsatz um 38 Prozent: Insgesamt wurden auf der Plattform Teile für 10,8 Milliarden Euro gekauft. Wie viele das sein müssen, ahnt jeder, der sich die Suchergebnisse dort nach dem „niedrigsten Preis zuerst“ anzeigen lässt. Da beschleicht selbst überzeugte Secondhandshopper irgendwann die Vinted-Müdigkeit. Man ist erschöpft vom „guten“ Shoppen, weil es endlos ist. Ein interessantes Stück ist das geworden, auch für diejenigen, die von Vinted zuvor noch nie gehört haben. Meine Oma hat übrigens noch selbst genäht, aber das ist jetzt eine ganz andere Geschichte.Vielen Dank für Ihre Treue zu unseren Angeboten. Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine Frage dazu haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an c.knop@faz.de. Meinen Kollegen Natalia Wenzel-Warkentin und Felix Hooß danke ich sehr herzlich für die Vertretung in den vergangenen beiden Wochen.Viele GrüßeIhrCarsten KnopHerausgeberFrankfurter Allgemeine Zeitung
Ruhestand: So bereiten Sie sich optimal vor
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