BildstreckeSiân DaveyImages Vevey am Genfersee ist das wichtigste Fotofestival der Schweiz. Vom 5. bis zum 27. September feiert die Biennale das 10-Jahre-Jubiläum. Eine selektive Auswahl aus der Ausstellung.05.09.2026, 05.30 Uhr6 Leseminuten«Ain’t No Grave Gonna Hold My Body Down»Stacy KranitzUSAOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Pat mit seiner Tochter Vicky an ihrem Geburtstag im Jahr 2023 in West Columbia im amerikanischen Gliedstaat West Virginia.Stacy KranitzDie Appalachen, eine Gebirgskette im Osten der USA, sind geprägt von abgelegenen Bergregionen und ehemaligen Industrieorten. Im 20. Jahrhundert war die Region ein Zentrum der Holzfäller und des Kohleabbaus. Historisch steht sie vor allem für wirtschaftliche und soziale Not, bis heute gehören die Appalachen zu den ärmsten Regionen der USA.Die Amerikanerin Stacy Kranitz arbeitet seit fast zwanzig Jahren in den Appalachen. In ihrem Werk verbindet sie Fotos, Archivstücke und literarische Essays. Das Projekt mit dem Titel «Ain’t No Grave Gonna Hold My Body Down» zeigt laut dem Begleittext der Images Vevey auf, wie die Fotografie im Laufe der Jahrzehnte die Armut in den Appalachen dokumentiert hat und wie sie als Mittel der Propaganda, der Unterdrückung und der Erlösung diente.«Leaving and Waving»Deanna DikemanUSADie Eltern der Fotografin Deanna Dikeman winken ihrer Tochter zum Abschied.Deanna Dikeman«Leaving and Waving» ist ein Langzeitprojekt der amerikanischen Fotografin Deanna Dikeman. In einer über mehrere Jahre dauernden Serie zeigt sie die besondere Beziehung zwischen alternden Eltern und ihrem erwachsen gewordenen Kind. Im Jahr 1991 machte Dikeman erstmals ein Foto von ihren Eltern in dem Moment, als sie ihr vor deren Haus im mittleren Westen der USA zum Abschied winkten. Fortan entstand bei jedem Besuch ein neues Bild, einem festen Ablauf folgend, wie ein Ritual, immer aus dem Auto heraus.2017, nach 27 Jahren, beendete Dikeman die Serie mit einem Foto des Elternhauses und der leeren Einfahrt. Entstanden ist eine visuelle Chronologie von elterlicher Liebe und der Vergänglichkeit des Lebens.«The Elegance of Time»Anoush AbrarIran/SchweizAnoush Abrar macht als offizieller Porträtfotograf des Montreux Jazz Festival die Bilder der Stars, so auch vom berühmten Gitarristen Santana.Anoush AbrarDer schweizerisch-iranische Künstler Anoush Abrar ist der offizielle Porträtfotograf des Montreux Jazz Festival. Das Buch «The Elegance of Time» ist eine Komposition von Porträts der Stars, die Abrar am Genfersee fotografiert hat. Hinter den Kulissen entstehen seine Bilder jeweils innert wenigen Sekunden.Eine Auswahl der Bilder ist nun Teil der Biennale in Vevey. Zu sehen sind unter anderem die Sängerin Grace Jones, der Gitarrist Santana und der Sänger Jon Batiste. Für die Installation arbeitet das Festival Images Vevey mit dem Montreux Jazz Festival und Nestlé zusammen. Alle drei lokalen Akteure feiern dieses Jahr ein Jubiläum.«Paparazzi»Mazaccio & DrowilalFrankreichIn der Collage «The Stroller» («Der Kinderwagen») sind Fotografien von berühmten Personen mit ihren Kindern beim Spazieren zu sehen. In der Mitte steht der amerikanische Schauspieler Brad Pitt.Mazaccio & DrowilalDas französische Künstlerduo Mazaccio & Drowilal hat in der Serie «Paparazzi» Schnappschüsse von Stars im Spannungsfeld zwischen Intimität und Skandal gesammelt. In «The Stroller» sind etwa das Model Miranda Kerr und der Schauspieler Brad Pitt zu sehen, wie sie mit Kind und Kinderwagen spazieren gehen. Images Vevey schreibt dazu: «Durch Collage, Dekontextualisierung und Anhäufung kreiert das Duo meisterhaft bizarre Szenen, in denen der Glamour dem Alltäglichen weicht.» In einer anderen Collage hat das Duo Mazaccio & Drowilal Paparazzi-Fotos von Stars beim Joggen in ein Bild des Verkehrs einer amerikanischen Grossstadt eingepflanzt.«Dadson Farms»Nadine FraczkowskiDeutschlandIn der Serie «Dadson Farms» porträtiert die deutsche Fotografin Nadine Fraczkowski die Dadson-Zwillinge mit ihren Tieren.Nadine FraczkowskiKrew Dadson und seine Zwillingsschwester Karis führen im amerikanischen Gliedstaat Kalifornien seit ihrer Kindheit Schweine und Schafe bei Wettbewerben vor. Mit ihrem strengen und entschlossenen Blick haben die Geschwister schon etliche Preise gewonnen. Mit einem Video eines Auftritts von Karis wurden die Dadsons im Jahr 2022 auf Tiktok berühmt. Es generierte 30 Millionen Aufrufe und gewährte einen faszinierenden Einblick in die Welt der Viehzuchtwettbewerbe in den USA. Die deutsche Fotografin Nadine Fraczkowski hat die Dadson-Zwillinge 2024 in deren Familienalltag porträtiert.«The Garden»Siân DaveyGrossbritannienFür die Serie hat Davey auch den mittlerweile verstorbenen britischen Fotografen und Fotojournalisten Martin Parr fotografiert.Siân DaveySiân Davey ist eine 62-jährige Fotografin aus Grossbritannien. Davey arbeitete 15 Jahre lang als Psychotherapeutin, danach machte sie eine Ausbildung zur Fotografin. Ihre Arbeit widmet sich dem Familienleben und der Gemeinschaft.Im Winter 2020 verwandelte sie mit ihrem Sohn Luke ein verlassenes Grundstück neben dem Haus der Familie in einen üppigen Garten. An diesem Ort sollen sich Nachbarn, Angehörige und marginalisierte Menschen begegnen und ganz sich selbst sein. Aus den Fotografien entstand die Serie «The Garden».«Imilla»Luisa DörrBrasilienDie Skaterinnen Brenda und Lucia, fotografiert für die Serie «Imilla».Luisa DörrDas Wort «imilla» bedeutet «junges Mädchen» in den zwei am häufigsten gesprochenen indigenen Sprachen Boliviens. In der gleichnamigen Serie porträtierte die brasilianische Fotografin Luisa Dörr eine Gruppe bolivianischer Skaterinnen. Die Frauen sind in die sogenannten Pollera-Röcke gekleidet, die von den indigenen Frauen im Hochland getragen werden. Die Röcke wurden den Frauen im 16. Jahrhundert von den spanischen Eroberern aufgezwungen. Nach der Kolonialzeit blieben sie Teil der traditionellen Tracht, wofür die indigenen Frauen in Bolivien Jahrzehnte lang diskriminiert worden sind. Die Skaterinnen tragen die Faltenröcke heute als Symbol des Widerstands und der Selbstbestimmung.Luisa Dörr fokussiert sich in ihrer Arbeit generell auf die Lebenswelt von Frauen. Ihre Fotografien wurden schon im «Time Magazine», im «National Geographic» und in der «New York Times» veröffentlicht. An der Images Vevey werden die Bilder der bolivianischen Skaterinnen an einer Fassade und in einem Skatepark präsentiert.«If life is a video game, the graphics are great, but the plot is confusing & the tutorial is way too long»Cedric ZellwegerSchweizAusgangspunkt für die Wimmelbilder ist der amerikanische Unternehmer Elon Musk.Cedric ZellwegerCedric Zellweger ist ein Schweizer Künstler mit einem beruflichen Hintergrund in Wirtschaft und Kommunikation. Beides fliesst in diejenige seiner Serien ein, die nun in Vevey ausgestellt wird. Ihr Titel: «If life is a video game, the graphics are great, but the plot is confusing & the tutorial is way too long». Übersetzt heisst das: Wenn das Leben ein Videospiel ist, ist die Grafik zwar super, aber die Handlung ist verwirrend und die Anleitung viel zu lang.Zellweger komponierte dazu Wimmelbilder, in denen er sich mit Kapitalismus, Narzissmus und Macht auseinandersetzt. Einen festen Platz hat darin der Unternehmer und reichste Mann der Welt, Elon Musk. Die analog fotografierten Objekte hat Zellweger auf Flohmärkten gefunden oder mit dem 3-D-Drucker selbst entworfen. Jedes Bild steckt voller Hinweise und Anspielungen auf das weltweite Zeitgeschehen.«Queen Of F*cking Everything»Erika StuckySchweiz/USAEine Musikerin zeigt ihre Sammlung von Bildern und Filmen: Erika Stucky an der Images Vevey.Erika StuckyErika Stucky ist eine schweizerisch-amerikanische Musikerin. Stucky projiziert bei ihren Auftritten jeweils Fotos und Filme aus ihrem eigenen Archiv auf die Bühne. Sie erzählen über das Leben von Stucky, die in Kalifornien als Kind von Schweizer Eltern auf die Welt kam und später mit ihrer Familie nach Mörel im Kanton Wallis zog.Ihre Sammlung zählt insgesamt 40 000 Fotos und Filme von ihr und ihren Liebsten und zeigt Stucky in der Rolle der Fotografin und Filmerin. Der Titel für die Ausstellung: «Queen Of F*cking Everything».«We can’t live – without each other»Karolina WojtasPolen«We can’t live – without each other» ist eine Hommage an die Kindheit zweier Geschwister.Karolina WojtasKarolina Wojtas ist 30 Jahre alt und eine polnische Multimediakünstlerin. Sie war 13 Jahre lang ein Einzelkind, als unverhofft ihr Bruder auf die Welt kam.Ihre Installation «We can’t live – without each other» («Wir können nicht leben – ohne einander») inszeniert die Dummheiten und Streiche, die die Geschwister im Elternhaus angestellt haben. Es ist ein humorvoller Einblick in die Welt zweier Geschwister, die sich lieben und nerven.Die Biennale Images Vevey feiert ihre 10. Ausgabe unter dem Thema «We are family!». Ausgestellt werden 50 künstlerische Projekte aus 21 Ländern. Die Biennale läuft vom 5. bis zum 27. September, der Eintritt ist kostenlos.Passend zum Artikel
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