Pro ArtikelIm russischen Hinterland baut Russland einen seiner wichtigsten Standorte für die Produktion von Kampfdrohnen weiter aus. Doch nicht nur die Fabriken werden erweitert: Neueste Satellitenbilder zeigen, dass offenbar auch die Schutzanlagen rund um den Standort massiv ausgebaut werden.05.09.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenRussland baut seine Fähigkeiten im Drohnenkrieg mit hohem Tempo aus und setzt zunehmend auf Drohnen mit Strahltriebwerken. Die neuen Geran-Drohnen fliegen schneller und sind deutlich schwerer abzuwehren als ihre Vorgänger. An den Grenzen zur Ukraine entstehen zahlreiche neue Drohnenbasen, zugleich werden die Produktionskapazitäten im Landesinneren erweitert.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In der Sonderwirtschaftszone Alabuga in der russischen Republik Tatarstan, rund 1000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich: Was zunächst mit der Lieferung iranischer Shahed-136-Kampfdrohnen nach Russland begann, hat sich inzwischen zu einer umfangreichen heimischen Produktion entwickelt. Dort werden vor allem Angriffsdrohnen der Geran-Baureihe gefertigt. Sie basieren auf der iranischen Shahed und sind seit 2022 zu einem zentralen Instrument russischer Luftangriffe auf die Ukraine geworden.Seit dort 2023 die Fertigung von Kampfdrohnen begonnen hat, ist der Industriekomplex stetig gewachsen. Heute zählt er zu den wichtigsten Standorten der russischen Drohnenproduktion.Innerhalb weniger Jahre ist aus dem ehemaligen Industriekomplex eine zentrale Produktionsstätte für russische Angriffsdrohnen geworden. Bereits letztes Jahr berichtete die NZZ von den Erweiterungen in Alabuga. Seither ist sind die Anlagen weiter ausgebaut worden. In dem Industriegebiet kamen Dutzende Gebäude hinzu, einige von ihnen sind mehrere hundert Meter lang.Türme umrunden die AnlageMit der Bedeutung der Anlage wächst offenbar auch der Aufwand, sie vor ukrainischen Angriffen zu schützen. Der Produktionskomplex war in der Vergangenheit bereits Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Satellitenaufnahmen zeigen nun, dass Russland die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Gelände deutlich ausbaut.Hochauflösende Aufnahmen des amerikanischen Konzerns Vantor vom 22. August und 2. September zeigen zahlreiche neue Türme, die rund um die Produktionshallen im Zentrum des Geländes errichtet worden sind. Offenbar befinden sich dort zentrale Produktionsanlagen oder andere besonders wichtige Einrichtungen.Das neue Schutzsystem besteht aus rot-weissen Masten, die offenbar in zwei Ringen um die Anlage angeordnet sind. Die niedrigeren bilden einen inneren Ring um die Gebäude im Zentrum, während deutlich höhere Türme das gesamte Gelände umschliessen. Laut Angaben des Militärforschungsinstituts «Institute for Science and International Security» könnten die Türme künftig ein Drahtnetz tragen, das anfliegende Drohnen und Marschflugkörper abfangen soll. Das Institut gibt ausserdem an, dass der äussere Sicherheitsring auch die Produktionsanlagen von Alabuga-Fiber umfasst, einer wichtigen Quelle für Kohlenstofffasern, die bei der Herstellung von Shahed-Drohnen verwendet werden.Die NZZ konnte aufgrund des Schattenwurfs die Höhe der Masten näherungsweise bestimmen. Einige von ihnen erreichen Höhen von mehr als 60 Metern, andere sind über 50 Meter hoch.Neben den neu errichteten Masten, die den mutmasslichen Schutz der Drohnenproduktionsstätte um eine weitere Ebene ergänzen, befinden sich auf dem Gelände kleinere Drohnennetze sowie zahlreiche Flugabwehrstellungen. Die hochaufgelösten Aufnahmen deuten darauf hin, dass sowohl der Ausbau der Schutzanlagen als auch die Erweiterung von Alabuga noch nicht abgeschlossen sind.3 KommentareAdrian Jenk 06.09.20262 EmpfehlungenRussland kann nur Zentralismus. Das Gelände ist eine gute Schiessübung für die Ukraine.Marc Anderson 06.09.20262 EmpfehlungenAnaloge Netze funktionieren eben am Besten, ich sehe die manchmal unter Hochspannungsleitungen über die Autobahn, daran können wir uns schonmal gewöhnen. Russland hat unendliche Ressourcen an Drohnen mit Strahltriebwerken und sie werden die auch anderen verkaufen. Bauen wir doch auch mal was Robustes, das sich millionenfach skalieren lässt. Kann ja ein Killswitch eingesetzt werden, damit sie uns nicht selber treffen können.Passend zum Artikel
Neue Schutzsysteme in Russlands Drohnenbasis: Gittertürme bei Alabuga entdeckt
Im russischen Hinterland baut Russland einen seiner wichtigsten Standorte für die Produktion von Kampfdrohnen weiter aus. Doch nicht nur die Fabriken werden erweitert: Neueste Satellitenbilder zeigen, dass offenbar auch die Schutzanlagen rund um den Standort massiv ausgebaut werden.








