Mit der Feststellung hat der Richter den Prozess für gescheitert erklärt, indem er einen sogenannten »mistrial« (auf Deutsch in etwa: Fehlprozess) ausrief und das Verfahren damit ohne eindeutiges Ergebnis beendete. Der Richter lässt damit die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Verfahrens mit einer anderen Jury offen. Das berichtet unter anderem der US-Sender CNN .Die frühere Krankenschwester hatte die Tötung ihrer drei Kinder zwar gestanden, ihre Verteidigung hatte allerdings auf schuldunfähig plädiert. Die Staatsanwaltschaft warf ihr Mord vor.

Clancy war zur Tatzeit 32 Jahre alt, lebte in einem wohlhabenden Bostoner Vorort und litt laut ihrer Verteidigung an einer postpartalen Psychose, die falsch behandelt wurde. In den USA ist eine Debatte über die Schuldfähigkeit Clancys entbrannt, viele Mütter solidarisieren sich mit ihr. Auch Clancy Ex-Mann warb kurz nach der Tat um Empathie für seine Frau.Längst geht es in der öffentlichen Debatte nicht mehr nur um Clancy und deren Kinder, die fünf Jahre, drei Jahre und acht Monate alt waren. Es geht um Zurechnungsfähigkeit, Müttergesundheit und medizinische Versorgung in den USA.Im Prozess gegen Clancy fanden am Donnerstag der vergangenen Woche die Schlussplädoyers statt, danach hätte die Jury über die Schuld der 36-Jährigen beraten sollen. Die Mitglieder der Jury fanden auch nach tagelangem Ringen und der erneuten Anschauung von Beweismitteln keine Einigung. Nach siebentägigen Beratungen stimmte eines der Jurymitglieder den elf anderen weiterhin nicht zu. In welche Richtung die Geschworenen tendierten, ist unklar.