Wir nennen sie „Femizide“ und fordern eigene Strafbestände. Doch solange Morde aus Frauenhass als tragische Einzelfälle gelten, wird nichts besser.
Vor Ort ist die Trauer sichtbar: Gosen-Neu-Zittau nach dem Tod einer 18-jährigen Schülerin und eines Erziehers
Britta Pedersen/dpa
D ie Flaggen wehen auf Halbmast. Der Kanzler spricht Worte des Mitgefühls in eine Kamera. Das Opfer bekommt einen Namen und eine Geschichte. Zeitungen räumen ihre Titelseiten frei, die Öffentlich-Rechtlichen bringen eine Sondersendung zur Primetime. Wir alle sind im Schockzustand und fragen uns: Wie konnte das passieren? Und: Wie können wir verhindern, das es wieder passiert? Eine Ministerin verspricht Gesetzesänderungen oder zumindest verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.
Die Reaktionen auf eine politische Tat, auf einen Anschlag, laufen in der Regel nach dem selben Muster ab. Es ist wie ein Schauspiel, das wir für einige Tage aufführen, um dann zum Alltag zurückzukehren. Manchmal verändert sich danach wirklich etwas, oft bleibt alles beim Alten, aber immerhin haben wir kurz innegehalten und klar gemacht, dass wir ernst nehmen, was passiert ist.











