Irgendwann wird auch Norbert Selbiger seinen Laden für immer schließen. So wie die Musikalien-Handlung nebenan und andere Traditionsgeschäfte in der Weitlingstraße schon geschlossen wurden. „Ich bin 59 Jahre alt, allzu lange werde ich nicht mehr weitermachen“, sagt der Goldschmied. „Und einen Nachfolger werde ich nicht finden, hier will sich doch niemand niederlassen.“Seit mehr als 26 Jahren verkauft Norbert Selbiger nun schon Schmuck im Weitlingkiez. Viele dürften an dieses Viertel denken, wenn von Lichtenberg die Rede ist. Vielleicht wegen des gleichnamigen Bahnhofs in unmittelbarer Nähe von Selbigers Geschäft. Vielleicht aber auch wegen der Schlagzeilen der vergangenen Jahrzehnte, die für Aufsehen sorgten und mal von Neonazis handelten, mal von Verwahrlosung, von Obdachlosen.Selbiger hat all die Veränderungen hautnah miterlebt. „Immer wenn ein Geschäft dichtmacht, wird das Niveau der Straße schlechter“, sagt er. „Das zieht entsprechendes Publikum an.“
Lichtenberg: „Immer wenn ein Geschäft dichtmacht, wird das Niveau der Straße schlechter“
Vom Ladensterben in der Weitlingstraße bis zu den Wrackbojen in der Rummelsburger Bucht: Wo das starke Wachstum des Bezirks an seine Grenzen stößt.






