Der weltgrößte Staatsfonds aus Norwegen will seine Anlagen in US-Staatsanleihen abbauen. Mit der umfassenden Neuausrichtung des Portfolios sollen die Renditen verbessert werden, wie aus ​einem am Freitag bekannt gewordenen Schreiben von Norges Bank Investment Management (NBIM) hervorgeht. Konkret empfiehlt der Verwalter des 2,3 Billionen Dollar (knapp 2 Billionen Euro) schweren Fonds, ‌den Anteil von Staatsanleihen in seinem Referenzindex von 70 auf 50 Prozent zu senken.

„Keine Abkehr vom Dollar“Der Vorschlag ist eine Reaktion auf ‌eine Anfrage des norwegischen Finanzministeriums zur Anlagestrategie. „Wir empfehlen, den Staatsanleihen-Anteil im Anleihenindex ​von 70 auf 50 ‌Prozent zu senken“, schrieben Notenbankchefin Ida Wolden Bache (53) und NBIM-Chef Nicolai Tangen (60) in dem Brief. „Ein Staatsanleihen-Anteil von 50 Prozent wird ausreichen, um den Liquiditätsbedarf auch in turbulenten Marktphasen zu decken.“ Jegliche Änderungen würden schrittweise umgesetzt, um Auswirkungen auf den Markt und Transaktionskosten zu ‌begrenzen, hieß es. Das frei werdende Kapital soll vor allem in andere Anleiheformen wie hypothekenbesicherte Wertpapiere fließen, um die Anlagen breiter zu streuen.

Bei der Umschichtung handelt es sich jedoch ‌nicht um eine Abkehr vom US-Dollar. Einem Sprecher ​von NBIM zufolge bleibt das Gesamtengagement in ‌Dollar-Anlagen mit rund 50 Prozent nahezu unverändert. „Was sich ändert, ist die ‌Mischung innerhalb ​des Dollar-Marktes: weniger US-Staatsanleihen, entsprechend mehr US-Hypotheken- und staatsnahe Anleihen.“