Erykah Badu veröffentlicht das Album „Before the World Blows“ mit Produzent The Alchemist. Sein BoomBap ist die perfekte Klangkulisse für ihre düstere Textwelt.
Ist das eine Therapie? Erykah Badu und the Alchemist
Adraint Bereal
Je nachdem, wen man fragt: Um die Jahrtausendwende kam die Welt von HipHop, R&B, Soul und Pop ins Schwimmen. Überschneidungen, Überkreuzungen und gemeinsames Arbeiten von Produzenten, Rappern und R&B-Sängerinnen waren an der Tagesordnung. Vieles davon wurde höchstwahrscheinlich aus geschäftlichem Interesse forciert und wirkte, wie Crossover und Fusion meistens wirken: gewollt. Rapper hofften, sich weibliche Käuferschichten zu erschließen und machten deshalb in den Hooks ihrer Songs Platz für R&B-Vocals. Und Künstlerinnen haben damit Genderklischees überwunden, mehr Kante gezeigt und außerdem ein Stück vom Kuchen abbekommen.
Aber es brodelte im Untergrund. The Roots aus Philadelphia machten sich langsam bemerkbar, D'Angelo veröffentlichte sein Debütalbum „Brown Sugar“ und man bekam eine Ahnung, dass da etwas Größeres Anlauf nimmt. Und mittenmang tauchte die texanische Sängerin Erykah Badu mit ihrem Debütalbum „Baduizm“ (1997) aus dieser Ursuppe auf. Ein machtvoller Auftritt war das. Die Künstlerin aus Dallas wirkte wie die Reinkarnation einer nubischen Königin. Ihre Songtexte ähnelten teilweise kindlichen Auszählreimen, bekamen aber durch Badus Präsenz und Performance nahezu magische Qualität.








