Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel (55) könnte die ​Europäische Zentralbank (EZB) laut einem Medienbericht vorzeitig verlassen und zum Internationalen Währungsfonds (IWF) wechseln. Die deutsche Ökonomin stehe in Verhandlungen mit dem IWF, um dort die Leitung der Abteilung Märkte zu übernehmen, berichtet das „Handelsblatt“ am Donnerstag unter Berufung auf Regierungs- und Finanzkreise.

Schnabels Amtszeit bei der EZB endet eigentlich erst Ende 2027. Die EZB und auch der IWF wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Die Leitung der Abteilung Geld- und Kapitalmärkte beim IWF in Washington ist seit dem 1. September vakant. Sie wurde bislang von ​dem deutsch-amerikanischen Ökonomen Tobias Adrian (55) geführt. Beim IWF hieß es, das Einstellungsverfahren sei im Gange.Paketlösung für drei EZB-Topjobs möglichIm Falle eines vorzeitigen Wechsels von Schnabel ⁠werde dem Bericht zufolge eine ⁠Paketlösung noch wahrscheinlicher, bei der die Regierungsspitzen der Eurostaaten alle drei frei werdenden Posten im EZB-Direktorium auf einen Schlag neu besetzen. Im Juni 2027 endet die Amtszeit von Chefvolkswirt Philip Lane (57), im Oktober 2027 die von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (70). ‌Seit Monaten halten sich Gerüchte, Lagarde könnte ihren Posten noch vor den Präsidentschaftswahlen ​in Frankreich im April ‌2027 räumen, um dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron (48) ein Mitspracherecht bei der Bestimmung ihrer Nachfolge zu geben.