Der Krieg in Osteuropa könnte zunehmend auch die zivile Luftfahrt beeinträchtigen. Nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer größeren Gefahr durch Drohnen im russischen Luftraum gewarnt hat, hat nun auch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) die Fluggesellschaften zum verstärkten Schutz von Passagiermaschinen aufgerufen.

Die zivile Luftfahrt werde durch Langstreckenwaffen, Drohnen, Funkstörungen und Flugabwehrsysteme gefährdet, teilte die ICAO mit , jedoch ohne ein bestimmtes Land zu erwähnen.»Die sicheren Tage im russischen Luftraum sind vorbei«Das Risiko bestehe, dass Passagierflugzeuge »ins Visier genommen« werden »oder ins Kreuzfeuer geraten«, schreibt die Uno-Organisation. Die Mitgliedstaaten müssten daher ihre Anstrengungen »zum Schutz ziviler Flugzeuge vor allen Risiken, die von Konfliktgebieten ausgehen«, verstärken. Die ICAO kündigte aber auch an, ihre Leitlinien zur Risikobewertung und zum Flugbetrieb über oder in der Nähe von Konfliktgebieten zu aktualisieren. Behörden, Fluggesellschaften und Flugsicherung sollen so Bedrohungen besser einschätzen können.

Selenskyj hatte am Dienstag eine Warnung an Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und Passagiere ausgesprochen, die den russischen Luftraum nutzen. »In Russlands Luftraum werden sich Drohnen in einem Ausmaß befinden, das berücksichtigt werden muss«, erklärte Selenskyj. »Die sicheren Tage im russischen Luftraum sind vorbei«, fügte er hinzu.»Die Ukraine will nicht, dass unschuldige Menschen ihr Leben verlieren«, sagte Selenskyj weiter. Daher würden die Verbündeten seines Landes gewarnt. Die Ukraine bedroht die zivile Luftfahrt »nicht als solche – kein einziges ziviles Flugzeug«. Ein »von Drohnen wimmelnder Luftraum« sei allerdings »kein Ort für die zivile Luftfahrt«, fügte der ukrainische Staatschef hinzu.