Die vor der Übernahme stehende Commerzbank sucht das Einvernehmen mit ihrer Großaktionärin UniCredit. „Die Ergebnisse sind, wie sie sind. Jetzt gilt es, die richtige Strategie nach vorn zu wählen und aufzupassen, dass keine Wertvernichtung stattfindet“, sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp (56) beim „Handelsblatt-Bankengipfel“ in Frankfurt am Main. „Es gibt Gespräche, das ist im Interesse beider Parteien. Wir sollten es jetzt tunlichst nicht vermasseln.“Mit der italienischen UniCredit, die sich Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert hat, habe der Frankfurter Dax-Konzern „de facto einen Kontrollaktionär“, räumte Orlopp ein. „Deshalb ist es jetzt unsere Aufgabe, gemeinschaftlich, konstruktiv miteinander eine möglichst wertmaximierende Strategie für beide Institutionen zu finden.“ Orlopp betonte: „Wir sind in Kontakt, wir sind im Gespräch.“Auf die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft antwortete Orlopp, die einen Vertrag bis 2029 hat: „Solange man sich über Strategie und Weg nach vorn einig ist, ist das eine gute Basis.“

Wie verhält sich der Bund?Der Bund, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die UniCredit wurde, hat mit seinen verbliebenen gut 12 Prozent Anteil ein Wort mitzureden. Die Beteiligung ist eine Folge der Finanzkrise 2008/2009, als der Staat die Commerzbank mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrte.