Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat direkte Gespräche mit der italienischen Großbank UniCredit über eine mögliche Übernahme bestätigt. Orlopp sagte am Mittwoch auf dem »Handelsblatt«-Bankengipfel in Frankfurt, es gebe Kontakte und Gespräche zwischen beiden Instituten. Dies sei im Interesse beider Parteien. Nun gelte es, die richtige Strategie zu wählen und aufzupassen, dass »keine Wertvernichtung« passiere.Orlopp warnte zugleich vor einer übereilten Integration. »Wir sollten es jetzt tunlichst nicht vermasseln.« Dies berge Risiken, von denen die Konkurrenz profitieren könnte. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing etwa hatte zuvor auf derselben Veranstaltung gesagt, dass sich sein Institut intern auf eine Konsolidierung im Bankensektor vorbereite. »Wenn wir nicht davon profitieren, machen wir etwas falsch.«Zur eigenen Rolle erklärte Orlopp, ihr Vertrag laufe bis 2029. Eine Zusammenarbeit sei jedoch an ein Vertrauensverhältnis und eine gemeinsame Strategie mit dem Aufsichtsrat geknüpft. Sollte es hierbei zu keiner Einigung kommen, müssten Konsequenzen gezogen werden. Zudem betonte sie die Bedeutung einer engen Abstimmung mit dem Bund als zweitgrößtem Aktionär der Commerzbank.Die Bundesregierung hatte zuletzt ihre Blockadehaltung gegen eine Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank aufgegeben. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wolle nun mit UniCredit-Chef Andrea Orcel beraten und habe diesen für den 14. September 2026 nach Berlin eingeladen, hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfahren. Orcel hat die Einladung einem Vertrauten zufolge angenommen.
UniCredit: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bestätigt Gespräche
Lange wehrte sich die Commerzbank gegen eine Übernahme durch UniCredit. Jetzt berichtet Bankchefin Bettina Orlopp von direkten Gesprächen mit den Italienern – und warnt vor einer übereilten Integration.






