Die niederländische Zentralbank will für Krisen gewappnet sein. Dafür hat sie nun Teile ihrer Goldreserven von den USA und Kanada nach London verlagert. Konkret lief das auf zwei Wegen: Zum einen habe man etwa 59 Tonnen Gold in New York verkauft und dafür neues Gold in London erworben, hieß es. Daneben wurden 27 Tonnen Gold physisch aus Nordamerika nach Zeist, in die Niederlande, transportiert, während man von Zeist eine ebenso große Menge in die britische Hauptstadt brachte.Insgesamt wurden die in Tresoren in New York und Ottawa lagernden Goldreserven der Niederländer damit um 27,5 Prozent verkleinert. »Gold, das bei der Bank of England verwahrt wird, gilt als das weltweit am einfachsten handelbare Gold und ist daher in einer Krisensituation am schnellsten verfügbar«, ​hieß es weiter. »Wir gehen davon aus, dass wir sie niemals einsetzen müssen, aber wir müssen unsere ⁠Widerstandsfähigkeit und ⁠Vorsorge stärken«, sagte Zentralbankchef Olaf Sleijpen.

Auch die Deutsche Bundesbank hat in London Gold gebunkert: allerdings nur zwölf Prozent ihrer umfangreichen Bestände im Umfang von ‌3350 Tonnen. 51 Prozent lagern in ​Frankfurt. Weitere 37 Prozent befinden sich ‌in Tresoren der regionalen Federal Reserve in New York, ‌einer der weltweit größten Lagerstätten. Die erratische Politik von US-Präsident Trump und der losgetretene Konflikt um die Zukunft Grönlands hatten eine Debatte über den ​Umgang mit den Goldreserven Deutschlands und anderer Länder in den Vereinigten ⁠Staaten losgetreten. Die Bundesbank sieht ​ihr Gold in ​den Tresoren der US-Notenbank in New York jedoch weiter in guten Händen.