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Niemand sollte sich von Benjamin Netanjahu täuschen lassen. Das ist leichter gesagt als getan, denn Israels Ministerpräsident beherrscht das Spiel mit Finten, Allianzen und Winkelzügen wie kaum ein Zweiter.

Wenn Netanjahu nun also die eskalierende Siedlergewalt im Westjordanland »ungewöhnlich scharf« verurteilt, wie zahlreiche Medien meldeten, dann kann das viele Gründe haben – die eskalierende Siedlergewalt dürfte aller Erfahrung nach eher nicht den Ausschlag gegeben haben.

Wahrscheinlicher sind andere Beweggründe. Die Kritik aus dem Ausland etwa: Selbst aus der sonst zurückhaltenden deutschen Politik wurden zuletzt Forderungen nach Sanktionen gegen radikale Siedler laut und werden womöglich diese Woche erneut diskutiert. Und auch Israels Verbündeter, die USA, scheinen zusehends die Geduld zu verlieren, im Irankrieg, im Libanon, in Gaza. Zu wenig geht voran, und die US-Regierung um Donald Trump tendiert ohnehin dazu, die Geduld zu verlieren.

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