Erinnern Sie sich noch an die Diskussion um die Bundesjugendspiele? Wie erbittert darüber gestritten wurde, ob die Sportprüfungen an Schulen abgeschafft werden sollten? Ich hatte dazu keine ganz klare Haltung. Es gibt aus meiner Sicht viele gute Gründe, Menschen mehr in Bewegung zu bringen – und genauso viele, dies vielleicht auf anderen Wegen zu erreichen als über Wettkämpfe.

Mit dem Thema Performance verhält es sich im Grunde ähnlich. Natürlich widerstrebt es mir, wenn Menschen allein nach ihrer Leistung beurteilt werden. Schon allein, weil es viele Formen von Leistung gibt, die jenseits klassischer Bewertungskriterien liegen: etwa die Fähigkeit, ein schwieriges Gespräch gut zu führen, ein Team zusammenzuhalten, Wissen weiterzugeben oder im richtigen Moment Verantwortung zu übernehmen.

Und trotzdem bleibt eine Spannung, die sich nicht einfach wegmoderieren lässt: Führungskräfte tragen Verantwortung für die Menschen in ihrem Team – und für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Beides gehört zu ihrer Aufgabe. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, technologischer Umbrüche und geopolitischer Krisen genügt es deshalb nicht, ein möglichst angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen. Führung muss auch dafür sorgen, dass aus Arbeit etwas entsteht.