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VW-Betriebsversammlungen: „Wir bauen gute Autos, verdienen damit aber zu wenig“ Welche Zukunft hat das Volkswagen-Werk Hannover? VW-Finanzchef Arno Antlitz zeichnet ein düsteres Bild.

Neufahrzeuge VW ID.Buzz stehen auf einem Parkplatz von Volkswagen. Foto: Julian Stratenschulte/dpaIm Ringen um die Zukunft des Volkswagen-Werkes Hannover hat VW-Finanzchef Arno Antlitz weitere Kostensenkungen gefordert. „Vergleiche mit anderen europäischen Werken zeigen: Die Fabrikkosten in Hannover sind immer noch deutlich höher – trotz der erreichten Verbesserungen“, sagte Antlitz am Montag auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung. Der Standort könne umso besser gesichert werden, je wettbewerbsfähiger er sei. Die Beschäftigten könnten dazu beitragen, indem sie Qualität, Produktivität und Leistung verbesserten.Die Nutzfahrzeugfabrik in der Landeshauptstadt mit mehr als 12.000 Mitarbeitenden gehört zu den vier Standorten des VW-Konzerns, deren Zukunft das Management infrage stellt. Antlitz erklärte, die höheren US-Importzölle verteuerten den in Hannover produzierten Kleinbus ID.BUZZ so stark, dass die Nachfrage gesunken sei.„Wir bauen gute Autos, verdienen damit aber zu wenig, weil unsere Kosten zu hoch sind“, sagte der Manager. Werksschließungen seien immer die teuerste und letzte Lösung. Sollte es trotz aller Bemühungen keine wirtschaftliche Belegung der Fabrik ab 2030 geben, müssten neue Perspektiven und Beschäftigung geschaffen werden. Als Beispiel verwies er auf das VW-Werk Osnabrück, wo es Insidern zufolge zu einem Verkauf an den israelischen Rüstungsproduzenten Rafael kommen könnte.Volkswagen VW-Aufsichtsrätin Benner hält Renditeziele für „Wolkenkuckucksheim“ Christiane Benner, Vize-Chefin des VW-Aufsichtsrats, geht mit der Konzernführung hart ins Gericht: Ihre Renditeziele seien unrealistisch, aktuelle Sparpläne seien „die nächste Ohrfeige“ für die Mitarbeiter. von Annina Reimann, Bert Losse und Martin SeiwertIG Metall: Vereinbarung von 2024 muss umgesetzt werdenNach der Sonder-Betriebsversammlung im Volkswagen-Werk Hannover hat die IG Metall dem Konzern mit Widerstand gegen mögliche Einschnitte gedroht. „Die Beschäftigten haben geliefert und liefern, und jetzt ist der Vorstand an der Reihe zu liefern“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. Gefordert seien tragfähige Zukunftsperspektiven für die Standorte.Die Gewerkschaft suche den Konflikt nicht, sagte Gröger. Bleibe der Vorstand jedoch auf dem aus ihrer Sicht falschen Kurs, werde die IG Metall den Konflikt nicht scheuen und sich darauf vorbereiten. Die 2024 geschlossene Vereinbarung müsse umgesetzt werden. Sie sieht nach Gewerkschaftsangaben neben Einschnitten für die Beschäftigten eine Beschäftigungssicherung bis 2030 sowie Investitionen in Standorte und Produkte vor.Nach Angaben des Betriebsrats nahmen rund 5500 Beschäftigte an der nicht öffentlichen Versammlung teil. Weitere Mitarbeiter hätten aus Platzmangel abgewiesen werden müssen. Betriebsratschef Stavros Christidis berichtete von Szenenapplaus und Buhrufen gegen den Vorstand. Die Beschäftigten wollten um ihre Arbeitsplätze kämpfen.Christidis warf dem Konzern strategische Fehlentscheidungen und eine unzureichende Kommunikation vor. Vom Auftritt des Finanzvorstands Arno Antlitz habe er sich mehr erwartet. Für Hannover forderte Christidis, den Transporter, wie vertraglich vereinbart, nach 2031 wieder am Standort zu bauen. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick