In der Debatte um neugestaltete Frauen-Figuren am Wiesn-Fahrgeschäft Teufelsrad hat die Stadtratsfraktion der Linken Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne) scharf angegriffen. Fuchs hatte sich am Freitag von der Empfehlung der städtischen Gleichstellungsstelle distanziert, die traditionellen Pappmaché-Figuren züchtiger zu bekleiden: Ein „Verhüllungsgebot“ halte sie für „überzogen“, ließ Fuchs wissen.Dass die Zweite Bürgermeisterin die Gleichstellungsstelle vorführe, statt sie zu schützen, sei „ein Armutszeugnis“, kritisierte nun Linken-Fraktionschef Stefan Jagel. Mit ihren Äußerungen habe sich Fuchs bei denen eingereiht, „die Gleichstellungspolitik reflexhaft als ‚Prüderie‘ oder ‚Übertreibung‘ abtun“. Beim Vorschlag zur Umgestaltung sei es um die Darstellung von Frauen im öffentlichen Raum gegangen – und das an einem Fahrgeschäft, an dem es wiederholt zu Vorfällen gekommen sei, bei denen Frauen unter den Rock gefilmt oder fotografiert wurde.Jagel und seine Stellvertreterin Liliana Parente wiesen zudem darauf hin, dass es in der Gleichstellungskommission des Stadtrats einen fraktionsübergreifenden Konsens zum Umgang mit Sexismus auf der Wiesn gab: „Dass jetzt mehrere Fraktionen dies öffentlich kritisieren, ist mehr als befremdlich“, heißt es in ihrer Mitteilung. Zudem sei die von der CSU geforderte frühe Einbindung des Stadtrats bei solchen Vorschlägen „purer Populismus, da der Stadtrat einbezogen war“.