Die AfD fordert in Sachsen-Anhalt eine Patriotismusklausel für die Kultur. Theater fürchten Kürzungen nach der Wahl, wenn die Kulturbudgets neu verhandelt werden.
Sie stehen da in Stein gemeißelt, die fünf Musen im Brunnen, und künden von der Schönheit der Künste. Heute bekommen sie Besuch. Zwei Performerinnen wuseln in Rattenkostümen mit langen dicken Schwänzen über den Platz und probieren Klamotten an. Ein Infostand bietet Flyer zur Kunstfreiheit, und an einem Glücksrad können Flanierende Freikarten für Kulturveranstaltungen gewinnen.
Die Menschen in der Fußgängerzone eilen vorüber, einige bleiben stehen, schauen und amüsieren sich an einem der heißesten Tage des Sommers mit diesen tapferen Kämpfer*innen der freien Szene. In Halle veranstalten sie an wechselnden Orten, immer am Dienstagnachmittag, ihre „Kunstgebung“, um vor der Landtagswahl im September ein Signal zu setzen für die Freiheit der Kunst – die sie bedroht sehen, wenn die AfD in welcher Form auch immer an die Macht kommt.
Einen Vorgeschmack lieferte die AfD-Landtagsfraktion im Juni mit einem Antrag zur Kulturförderung. Demnach soll die Förderung von Kultur an ein Bekenntnis zur deutschen Nationalkultur gebunden sein. Deutschland dürfe nicht verächtlich gemacht werden, fordert die AfD. Geförderte Projekte sollten laut Antrag ein „Mindestmaß an Loyalität gegenüber dem demokratischen Gemeinwesen, dem Land Sachsen-Anhalt und der deutschen Kulturnation erkennen lassen“.







