Der Raumfahrtkonzern OHB hat sich einen knapp eine Milliarde Euro schweren Auftrag für das geplante europäische Satellitennetzwerk IRIS gesichert. Das Unternehmen baue 18 Satellitenplattformen für das System, wie OHB am Montag mitteilte. Auftraggeber ist der Satellitenbetreiber SES, der Teil des von der EU-Kommission beauftragten Betreiberkonsortiums ist. Die rund 2,6 Tonnen schweren Satelliten sollen in einer mittleren Erdumlaufbahn kreisen und einen zentralen Teil der Infrastruktur bilden. OHB-Chef Marco Fuchs (64) sprach von einem bedeutenden Schritt Europas in die Unabhängigkeit. Eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur sei in einer digitalisierten Welt unabdingbar, sagte er.IRIS ist nach dem Navigationssystem Galileo und dem Erdbeobachtungsprogramm Copernicus das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union. Es soll als Antwort auf den wachsenden Bedarf an souveräner Datenübertragung eine abhörsichere und krisenfeste Kommunikation für Regierungen und Wirtschaft gewährleisten, aber auch Funklöcher in entlegenen Gebieten schließen.
Hauptaktionärin von OHB ist die Familienstiftung der Familie Fuchs, die auch zu den 500 reichsten Deutschen zählt. Zuletzt lagen sie mit einem Vermögen von einer Milliarde Euro auf Platz 233. Im vergangenen Jahr erzielte OHB mit 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro.






